https://www.faz.net/-gpf-15t9s

F.A.Z.-Gespräch mit Papandreou : „Wir bitten nicht um Geld“

  • Aktualisiert am

Papandreou: „Wir wollen nicht die Lehman Brothers der EU sein” Bild: dpa

Der griechische Ministerpräsident Georgios Papandreou erhofft sich von seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Merkel an diesem Freitag in Berlin politische Unterstützung seines Landes bei der Bewältigung der Schuldenkrise. Sein Land wolle kein Geld von Deutschland, sondern Hilfe zur Selbsthilfe.

          1 Min.

          Der griechische Ministerpräsident Georgios Papandreou erhofft sich von seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Merkel an diesem Freitag in Berlin politische Unterstützung seines Landes bei der Bewältigung der Schuldenkrise.

          Sollte die Unterstützung Deutschlands und der EU trotz der drastischen Reform- und Sparbeschlüsse Athens ausbleiben, werde das „ganz Europa teuer zu stehen kommen“, warnt Papandreou in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Freitagsausgabe). „Dann wird Griechenland vielleicht das nächste, aber gewiss nicht das letzte Opfer dieser Krise sein.“

          Der griechische Regierungschef äußerte Verständnis für die Sorgen der Deutschen um die Stabilität des Euro, sah die europäische Währung aber nur dann gefährdet, „wenn Griechenland quasi zerbräche und in einem Dominoeffekt andere Länder mitrisse“. Papandreou bedauerte die jüngsten Misstöne zwischen beiden Ländern. Griechenland wolle kein Geld von Deutschland, sondern Hilfe zur Selbsthilfe: „Wir haben den deutschen Steuerzahler nicht gebeten, uns die Renten und den Urlaub zu zahlen“.

          Trotz Schuldenkrise : Griechische Anleihe deutlich überzeichnet

          „Chance, ein besseres Griechenland zu schaffen“

          Die Frage von Reparationszahlungen sei zwar „offen“, stehe jedoch nicht auf der Tagesordnung. Papandreou bezeichnete die Veränderungen, die sich in Griechenland aufgrund der Sparbeschlüsse abspielten, als eine Revolution: „Die Griechen wissen, dass sich die Dinge ändern müssen, selbst wenn das schmerzhaft für sie ist. (...) Das Land befindet sich aber in einer Krise, und wir wollen diese Krise dazu nutzen, ein besseres Griechenland zu schaffen.“

          Auch beim Besuch des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Josef Ackermann, in Athen, sei es um das „offensichtliche Interesse“ an der Lebensfähigkeit der griechischen Wirtschaft gegangen: „Wir wollen nicht die Lehman Brothers der EU sein. Darum haben wir ja dieses Reformpaket beschlossen. Leider ist es in den Medien so dargestellt worden, als hätten wir um einen „Bailout“ gebeten, also darum, dass die Deutschen und die anderen Europäer uns „herauskaufen“.

          Weitere Themen

          Mehr Zeit für neue Skandale

          Trumps Impeachment-Prozess : Mehr Zeit für neue Skandale

          Der Impeachment-Prozess gegen Donald Trump soll erst am 9. Februar eröffnet werden. Bis dahin hoffen die Demokraten auf neue Skandale, die der Anklage weitere Munition liefern.

          Topmeldungen

          Donald und Melania Trump am vorigen Mittwoch in Washington

          Trumps Impeachment-Prozess : Mehr Zeit für neue Skandale

          Der Impeachment-Prozess gegen Donald Trump soll erst am 9. Februar eröffnet werden. Bis dahin hoffen die Demokraten auf neue Skandale, die der Anklage weitere Munition liefern.
          Mehr Unterstützung aus Washington: Amerikanische Forscher von Regeneron arbeiten am experimentellen Antikörper-Medikament.

          Antikörper-Medikament : Was auch bei Trumps Genesung half

          Ein amerikanisches Antikörper-Präparat erhält eine Notzulassung, 200.000 Dosen kauft die Bundesregierung. Deutsche Wissenschaftler vermissen Unterstützung bei ihrer Forschung – so würden Chancen verpasst, kritisieren sie.
          Verrammelt und verriegelt: Das Lamb & Flag in London (Symbolbild)

          Großbritannien : 10.000 Pubs und Restaurants schließen

          Großbritanniens Gastronomie ist von der Corona-Krise besonders hart getroffen. Während große Ketten sich frisches Kapital beschaffen, gehen die Kleinen unter.
          Aggressiv, schamlos, schnell gekränkt, selbstverliebt: Besaß Trump die Reife für sein Amt?

          Egozentrisch und rücksichtslos : Wenn der Partner ein Narzisst ist

          Narzissten wollen immer heller strahlen als ihr Gegenüber. Dafür ist ihnen meist jedes Mittel recht: Manipulation, Beschimpfungen und dreiste Lügen. Woran merkt man, dass einem das in der eigenen Beziehung widerfährt – und wie geht man damit um?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.