https://www.faz.net/-gpf-7lip6

Europawahl : Verhofstadt und Rehn Spitzenkandidaten der Liberalen

  • Aktualisiert am

Die europäischen Liberalen haben Guy Verhofstadt und den früheren EU-Währungskommissar Olli Rehn als Spitzenkandidaten für die Europawahl nominiert. Die Spitzenkandidaten gelten auch als Bewerber für den Posten des Kommissionspräsidenten.

          1 Min.

          Bei der Europawahl im Mai schicken die Liberalen eine Doppelspitze mit dem früheren belgischen Premierminister Guy Verhofstadt und EU-Währungskommissar Olli Rehn ins Rennen. Verhofstadt (60) sei der Bewerber um das Amt des künftigen Präsidenten der EU-Kommission, teilten die Liberalen am Montag in Brüssel mit. Der 51 Jahre alte Rehn kandidiere für einen anderen wichtigen EU-Posten auf dem Gebiet der Wirtschafts- oder Außenpolitik. Damit wurde klargestellt, dass nicht Verhofstadt alleine der Spitzenkandidat ist.

          Allerdings könne Rehn auch Kandidat für den Kommissionsvorsitz werden, wenn sich abzeichne, dass Verhofstadts Chancen sich verschlechterten, hieß es in liberalen Kreisen in Brüssel. Es sei absehbar, dass Rehn vor allem in Nordeuropa, Deutschland und Großbritannien Unterstützung finde, Verhofstadt eher auf der „Südschiene“ der EU.

          Die Fraktion der Liberalen und Demokraten (ALDE), der auch die deutsche FDP angehört, ist mit 85 Abgeordneten nach Christdemokraten und Sozialdemokraten die drittgrößte politische Kraft im Europaparlament. Verhofstadt führt derzeit die liberale Fraktion. Der Jurist war unter anderem von 1999 bis 2008 Ministerpräsident Belgiens und ist seit 2009 Mitglied des Europaparlaments. Die ALDE will die Kandidatenkür bei einem Fraktionstreffen am 1. Februar offiziell bestätigen. Die FDP führt Alexander Graf Lambsdorff als Spitzenkandidat in die Europawahl.

          Mit der Entscheidung ist ein wochenlanger Machtkampf zunächst entschieden. Rehn hatte ebenfalls Ambitionen auf die Kandidatur für den Posten des Kommissionspräsidenten angemeldet. Der Finne gehört seit 2004 der EU-Kommission an und war dort zunächst zuständig für die Erweiterung, seit Anfang 2010 für Währungsfragen.

          In der Mitteilung heißt es, beide Politiker hätten die Einigung erreicht und würden „gemeinsam die Wahlkampagne leiten“. Nach den diesjährigen Europawahlen soll der Präsident der EU-Kommission im Lichte des Wahlergebnisses von den Staats- und Regierungschefs ernannt werden.

          Weitere Themen

          Kann die SPD Dortmund verteidigen?

          FAZ Plus Artikel: Vor der Stichwahl : Kann die SPD Dortmund verteidigen?

          Die SPD will am Sonntag unbedingt ihre „Herzkammer“ halten. Sie regiert in Dortmund seit 74 Jahren. Doch CDU und Grüne haben sich gegen den sozialdemokratischen Oberbürgermeister-Kandidaten verbündet – trotz mancher Vorbehalte.

          Söder nimmt junge Menschen in die Pflicht Video-Seite öffnen

          Bei Corona-Bekämpfung : Söder nimmt junge Menschen in die Pflicht

          Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen appelliert Bayerns Ministerpräsident Söder abermals an die Bürger. Vor allem jüngere Menschen dürften mit ihrem Freizeitverhalten nicht das Leben und die Gesundheit ihrer Mitmenschen aufs Spiel setzen, sagte er.

          Topmeldungen

          Es ist fünf vor zwölf: Agentur für Arbeit in Hamburg

          Beschäftigungsquote : Die Lücken der Arbeitslosenstatistik

          Viel mehr Menschen, als es die offizielle Quote zeigt, haben derzeit nichts zu tun. Das gilt auch für Deutschland, wo viele Menschen in Kurzarbeit gehen mussten.
          Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder am Samstag in seinem Büro

          Rede beim virtuellen Parteitag : Großes Kino mit Markus Söder

          Der CSU-Chef erklärt den Delegierten ausführlich seine Corona-Politik und gibt sich dabei demonstrativ sprachsensibel. Eine zentrale Rolle bei der Inszenierung spielt eine Tasse – mit „Game of Thrones“-Motto.
          Nicht nur der Schalker Mark Uth (rechts) wollte gar nicht mehr hinsehen.

          1:3 gegen Bremen : Der nächste Schalker Absturz

          Nach dem 0:8 beim FC Bayern verlieren die Königsblauen auch das Duell der Krisenklubs. Ein Bremer Stürmer schießt Schalke im Alleingang ab. Und die Tage von Trainer David Wagner könnten bald gezählt sein.
          Blick in die Zukunft: Mitarbeiter am Zentrum für taktiles Internet in Dresden arbeiten mit einem Roboter

          Robotik-Standort Dresden : „Eine Riesenrevolution steht uns bevor“

          Dresden hat sich seit 1990 zu einem Hightech-Standort entwickelt. Das liegt an der Geschichte, vor allem aber an den Menschen. Sie haben sich schon oft neu erfunden. Bald will die Stadt zu den führenden Robotik-Zentren Europas gehören.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.