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Europa : Britischer Egoismus

  • -Aktualisiert am

Es wäre nicht von Vorteil für Großbritannien, die EU zu verlassen, aber die Bevölkerung sei „nicht glücklich mit dem, was sie hat - und ich bin es auch nicht“, sagt der britische Premierminister Cameron Bild: dapd

Vorteile in Anspruch nehmen, alle Nachteile aber von sich schieben: Wieder einmal dokumentiert der britische Premierminister Cameron einen bedingungslosen Egoismus, der Europa in Frage stellt.

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          Wenn man bedenkt, was aus den Reihen der britischen Konservativen zum Thema „Europa“ schon alles gesagt worden ist, dann muss man die Formulierungen, die Premierminister Cameron jetzt gefunden hat, als ausgesprochen gemäßigt einstufen. Wie weit ihm seine Überzeugungen die Feder geführt haben, sei dahingestellt. Es bleibt aber auch so eine Menge übrig, an dem das übrige Europa noch schwer zu tragen haben wird.

          Fast scheint es, als könnten innerhalb der Europäischen Union zurzeit nur (relativ) extreme Positionen vertreten werden. Die einen fordern die bedingungslose Vergemeinschaftung aller Lasten.

          Cameron steuert mit seinen Äußerungen ein weiteres Mal auf einen Status seines Landes innerhalb der EU hin, der nur die Vorteile in Anspruch nimmt, alle Nachteile aber von sich schiebt. Es ist (auch) solch bedingungsloser Egoismus, der das zum Nutzen aller in Europa Erreichte mittel- und langfristig in Frage stellt. Allenfalls kann man Cameron zugute halten, dass er anders seine Partei schwerlich wird zusammenhalten können. Die Aussichten sind trotzdem trübe.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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