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Energiepolitik : Gasproms Drohung verstärkt Skepsis in der EU

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Gasprom will „aktiv in neue Märkte vordringen” Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Gasprom hat mit Äußerungen über mögliche Alternativen zum europäischen Gasgeschäft Sorgen vor einer zu großen Abhängigkeit von Rußland verstärkt. Konzernchef Miller hatte die EU gewarnt, die Expansion der Gasprom nach Westen zu behindern.

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          Gasprom-Chef Alexej Miller hat mit Äußerungen über mögliche Alternativen zum europäischen Gasgeschäft bei der Europäischen Union Sorgen vor einer zu großen Abhängigkeit von Rußland verstärkt. Die Äußerungen machten deutlich, daß die EU sowohl die Herkunft als auch die Versorgungswege seiner Energielieferungen breit fächern müsse, sagte am Donnerstag ein Sprecher von EU-Energiekommissar Andris Piebalgs.

          Gasprom hatte die EU am Mittwoch davor gewarnt, die Bemühungen des Energieriesen um eine Expansion im Westen zu blockieren. Derartige Versuche führten „zu keinen guten Ergebnissen“, sagte Miller vor Vertretern der EU in Moskau. Rein ökonomische Fragen sollten nicht politisiert werden. „Man darf nicht vergessen, daß wir aktiv in neue Märkte vordringen, etwa nach Nordamerika und China.“

          „Das ist ihre Sache“

          Der vom russischen Staat kontrollierte Konzern strebt seit längerem Beteiligungen in Westeuropa an, trifft dabei aber auf Widerstand. Der Sprecher des EU-Kommissars sagte über Gasprom: „Das ist ihre Sache, wenn sie ihren Kundenstamm verbreitern wollen.“

          Gaspromchef Alexej Miller

          Der Gasstreit zwischen Rußland und der Ukraine zu Beginn des Jahres hatte in der EU Besorgnis ausgelöst und Forderungen hervorgebracht, sich nicht in eine zu große Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen zu begeben, sondern nach Alternativen zu suchen. Auf dem Höhepunkt des Streits hatte Rußland die Gaslieferungen an die Ukraine für mehrere Tage unterbrochen. Auch in Westeuropa kam es zu Lieferausfällen. Beide Seiten hatten daraufhin einen neuen Vertrag ausgehandelt, der für Rußland günstigere Konditionen vorsah.

          Spekulationen über Centrica-Übernahme

          „Es ist kein Zufall, daß der Wertbewerb um Energieressourcen zunimmt“, hatte Gasprom-Chef Miller mit Blick auf Europa gesagt. Zuvor hatten die britischen Wettbewerbshüter schärfere Regeln für Firmenübernahmen vorgeschlagen. Vorausgegangen waren Spekulationen, Gasprom könne ein Angebot für den größten britischen Gasversorger Centrica vorlegen.

          Die EU bezieht rund ein Viertel ihrer Erdgasimporte von dem russischen Monopolisten Gasprom. Deutschlands größter Gasimporteur Eon Ruhrgas erhält etwa ein Drittel seiner Importe aus Rußland. Eon ist mit 6,5 Prozent an Gasprom beteiligt.

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