https://www.faz.net/-gpf-74dgp

Eine halbe Million Migranten : Finanzkrise beschert Deutschland mehr Zuwanderer

  • Aktualisiert am

Sprachunterricht für griechische Zuwanderer in Nürnberg Bild: dpa

Die Folgen der Finanzkrise im Süden Europas und die Arbeitnehmerfreizügigkeit für Osteuropäer bescheren Deutschland immer mehr Zuwanderer. 500.000 Menschen zogen im ersten Halbjahr ins Land. Die meisten kommen aus Polen.

          1 Min.

          Aus den EU-Krisenstaaten in Südeuropa sowie osteuropäischen Mitgliedsländern verlegen immer mehr Menschen ihren Wohnsitz nach Deutschland. Rund 306.000 Ausländer aus EU-Staaten sind im ersten Halbjahr 2012 in die Bundesrepublik gezogen, das waren 24 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die meisten von ihnen stammten aus Polen, gefolgt von Rumänien und Bulgarien. „Auffällig war im ersten Halbjahr 2012 die starke Zunahme der Zuwanderung aus EU-Ländern, die von der Finanz- und Schuldenkrise besonders schwer betroffen sind“, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mit.

          So kamen aus Spanien, Griechenland und Portugal insgesamt rund 32.700 Menschen, 64,4 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2011. Aus den zehn Ländern, die 2004 der EU beigetreten waren, stieg die Zuwanderung mit knapp 20 Prozent zwar viel schwächer. Mit rund 138.000 lag die Zahl aber deutlich höher. Am höchsten war dabei das Plus aus Ungarn mit gut 46 Prozent auf rund 25.000. Viel mehr noch kamen aus Polen mit rund 88.800 und einem Plus von 14,2 Prozent. Für diese Länder gilt seit Mai 2011 die Arbeitnehmerfreizügigkeit, sie dürfen also in Deutschland arbeiten.

          Aus Bulgarien und Rumänien - den EU-Beitrittsländern von 2007 - kamen rund 88.000 Menschen. Das waren etwa 24 Prozent mehr als im Vorjahresreitzaum.

          Weniger Zuwanderer aus der Türkei

          Auch aus anderen Erdteilen zog es im ersten Halbjahr 2012 mehr Menschen nach Deutschland als im Vorjahr: Die Zahl der Einwanderer aus Afrika stieg dabei am stärksten, um zehn Prozent auf 13.100. Aus der Türkei kamen etwa 12.500 Menschen in die Bundesrepublik, das waren fast drei Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2011.

          Insgesamt zogen im ersten Halbjahr 2012 mehr als eine halbe Million Menschen (rund 501.000) nach Deutschland. Das waren 66.000 oder 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Jahr 2011 war die Zuwanderung mit 20 Prozent noch stärker gestiegen.

          Etwa 318.000 Menschen haben Deutschland zugleich im ersten Halbjahr den Rücken gekehrt, das waren sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Etwa 257.000 von ihnen (plus 9 Prozent) waren Ausländer. Insgesamt ist die Einwohnerzahl Deutschlands damit im Vergleichszeitraum um 182.000 Menschen gewachsen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Donald Trump und Liu He, Vizepremier von China, gemeinsam in Washington. Infolge des Handelskriegs mit Amerika habe die Korruption in Chinas Privatwirtschaft wieder zugenommen, berichtet Philipp Senff von der Wirtschaftsanwaltskanzlei CMS in Schanghai.

          Vorfälle der Deutschen Bank : In China lauert die Korruption bis heute

          Mit teuren Geschenken an chinesische Politiker wollte sich die Deutsche Bank Vorteile verschaffen. Der Fall lenkt den Blick auf ein Land, das trotz Mühen immer noch unter Bestechung leidet – auch wegen des Handelskriegs mit Amerika.
          Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin

          Verkehrsminister Scheuer : Im Porsche durch die Politik

          Verkehrsminister Andreas Scheuer hat einen Vorteil, der ihm beim Streit über die Pkw-Maut zum Nachteil gereichen könnte: eine gewisse Lockerheit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.