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Ausbau von Kraftwerk : EU soll russisch-ungarisches Atomgeschäft blockieren

  • Aktualisiert am

Geschäftspartner in Sachen Atomkraft: Wladimir Putin und Victor Orbán Mitte Februar in Budapest Bild: AFP

Budapest und Moskau haben einen milliardenschweren Vertrag zum Ausbau des einzigen ungarischen Atomkraftwerks geschlossen. Medienberichten zufolge blockiert die EU-Kommission dieses Abkommen nun. Ungarn dementiert das.

          Die EU-Kommission blockiert Medienberichten zufolge ein Abkommen zwischen Budapest und Moskau über den Ausbau des einzigen ungarischen Atomkraftwerks. Wie die britische Wirtschaftszeitung „Financial Times“ unter Berufung auf drei Quellen aus Verhandlungskreisen berichtete, folgt die EU-Kommission damit der Stellungnahme der Europäischen Atomenergiebehörde Euratom.

          Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf einen Insider von der Blockade. Aus Kreisen in Brüssel verlautete demnach aber auch, das Abkommen mit einem Volumen von rund zehn Milliarden Euro könne noch angepasst werden. Weder die Kommission noch Euratom nahmen zu den Angaben bislang Stellung. Ein ungarischer Regierungssprecher wies die Darstellung zurück, dass die EU das Geschäft blockiert habe.

          Bei einem Treffen vergangene Woche in Brüssel hätten sich die EU-Kommissare gegen den Ausbau des ungarischen Atomkraftwerks Paks gestellt, berichtete die „Financial Times“. Der ungarische Staatssekretär Andras Giro Szasz dementiere die Informationen der Zeitung „entschieden“, hieß es in einer Erklärung, die von der Nachrichtenagentur MTI veröffentlicht wurde. „Es ist nicht richtig, dass die EU den Bau von Paks II blockiert hat“, hieß es darin. Demnach forderte Szasz von der „FT“, eine Richtigstellung zu veröffentlichen.

          Russland und Ungarn hatten im Januar ein Abkommen geschlossen, wonach Moskau Budapest bis zu zehn Milliarden Euro leiht und damit rund 80 Prozent der Baukosten für die Erweiterung von Paks finanziert. Das Bauvorhaben mit einem geplanten Umfang von insgesamt 12,5 Milliarden Euro soll 2018 beginnen. Der erste der beiden Reaktoren mit je 1200 Megawatt Kapazität soll 2023 in Betrieb gehen.

          Anfang März hatte das ungarische Parlament beschlossen, dass das Atomabkommen zwischen 15 bis 30 Jahre nicht veröffentlicht werden darf. Die Opposition kritisierte, die Vergabe des Bauauftrags an das russische Staatsunternehmen Rosatom ohne öffentliche Ausschreibung sowie seine Finanzierung sei undurchsichtig.

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