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Debatte über Reparationen : Ja, einfach dumm

Kein Wunder, dass Wirtschaftsminister Gabriel der Kragen platzt. Denn Athens Milliarden-Forderungen sind sachfremd und dumm, weil sie die Berliner Bemühungen untergraben, die skeptischen Deutschen vom Sinn ihrer Griechenland-Politik zu überzeugen.

          Nein, diese griechische Regierung wird nicht willens, eine vernünftige Grundlage für Verhandlungen mit ihren Partnern zu schaffen und einen seriösen Dialog zu führen. Stattdessen kommt die (verzweifelte?) Regierung wieder mit Erpressung – im Falle eines Austritts aus der Eurozone könnten die Geber ihre Hilfen in den Wind schreiben – und mit Reparationsforderungen: Rund 280 Milliarden Euro müsse Berlin Griechenland als Entschädigung für die Verbrechen und Schäden während der deutschen Besatzung überweisen.

          Kein Wunder, dass Wirtschaftsminister Gabriel der Kragen platzt. Denn diese Forderung ist sachfremd, und sie ist dumm, weil sie die Bemühungen der Bundesregierung untergräbt, die skeptischen Deutschen vom Sinn ihrer Griechenland-Politik zu überzeugen. Fast hat man den Eindruck, das Athener Bündnis aus Linksradikalen und Nationalisten ziele genau darauf ab. Alle Erpressungsversuche, Ausflüge in die Vergangenheit und die Anbiederung an Russland und an wen sonst noch werden aber nur dazu führen, dass Griechenland auch keinerlei politischen Kredit mehr genießt.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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