270.000 deutsche Datensätze : Hacker dringen in Schengen-Datenbank ein
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Im Schengenraum sind die Grenzen offen. Bild: picture alliance / dpa
Cyber-Kriminelle haben die Schengen-Datenbank geknackt und mehr als eine Million Datensätze kopiert. Sie wissen nun zum Beispiel, nach wem gefahndet wird und welche Fahrzeuge verdächtig sind.
Zwei Hacker haben offenbar die wichtige Schengen-Datenbank geknackt und 1,2 Millionen Datensätze kopiert. Das berichtet Spiegel Online und beruft sich dabei auf eine aktuelle Aussage des parlamentarischen Staatssekretärs im Innenministerium, Ole Schröder. Demzufolge haben die Hacker die Daten bereits vor zwei Jahren gestohlen - der Fall habe aber nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollen.
Das digitale Diebesgut könnte höchst brisant sein, denn in der Schengen-Datenbank speichern die Mitgliedsländer des Abkommens zum Beispiel Personen, nach denen gefahndet wird oder die unerwünscht sind. Auch sind dort verdächtige Fahrzeuge, Waffen oder Dokumente registriert. Alles Informationen, an denen gerade Kriminelle großes Interesse haben (können).
IT-System der dänischen Polizei geknackt
Konkret haben die Hacker sich dabei wohl Zugang zum IT-System der dänischen Polizei verschafft. Diese habe am 6. Juni des vergangenen Jahres die Schengen-Mitglieder von dem Cyber-Angriff in Kenntnis gesetzt, sagte Schröder nun. Die dänische Polizei wiederum sei von ihren Kollegen in Schweden über den Angriff informiert worden. Obwohl die Hacker „nur“ in Dänemark zuschlugen, haben sie wohl Daten aus dem gesamten Schengen-Raum erbeutet. Denn alle Daten sind auch in jeder nationalen Datenbank gespeichert, berichtet die Zeit.
Von den 1,2 Millionen abgegriffenen Datensätzen seien gut 270.000 aus Deutschland eingestellt worden. Zu Beginn dieses Jahres waren rund 46,5 Millionen Datensätze in der Datenbank gespeichert.