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Europaweite Untersuchung : Warum Christen so häufig schlecht über Juden und Muslime denken

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Der Vermischung von Regierungspolitik und Religion stehen Westeuropäer der Studie zufolge allerdings ablehnend gegenüber. Kirche und Staat sollten nach Ansicht der Befragten nicht vermischt werden; dennoch vertreten viele die Haltung, dass die Regierungspolitik religiöse Werte und Glaubensvorstellungen im jeweiligen Land zumindest unterstützen sollte. Nicht praktizierende Christen vertreten diese Position wesentlich häufiger als konfessionslose Erwachsene.

Die Rolle der Bildung

Bei Themen wie der gleichgeschlechtlichen Ehe und der Legalisierung von Abtreibungen sind sich nicht praktizierende Christen und Konfessionslose der Studie zufolge einig: eine Mehrheit der jeweiligen Gruppen befürwortet beides. Auch unter praktizierenden Christen ist die Zustimmungsrate in diesen Fragen demnach hoch, sie zeigen sich jedoch tendenziell konservativer.

Religiöse Identität und Praktiken sind laut der Studie nicht die einzigen Faktoren, die die Einstellungen der Europäer beeinflussen. Menschen, die eine höhere Bildung genossen haben, zeigen demnach eine größere Akzeptanz gegenüber Einwanderern und religiösen Minderheiten. Da konfessionslose Erwachsene tendenziell eine höhere Schulbildung als nicht praktizierende Christen haben, dürfte dieser Umstand auch Einfluss auf die Ergebnisse der Studie genommen haben. „Doch selbst nach der Anwendung statistischer Methoden zur Berücksichtigung von Unterschieden in Bildung, Alter, Geschlecht und politischen Überzeugungen zeigt die Studie, dass praktizierende Christen, nicht praktizierende Christen und konfessionslose Europäer unterschiedliche religiöse, kulturelle und soziale Einstellungen haben“, heißt es in der Studie.

Viele nicht praktizierende Christen geben an, nicht an Gott „wie er in der Bibel beschrieben wird“ zu glauben. Sie glauben allerdings häufig an eine andere höhere Macht oder spirituelle Kraft – praktizierende Christen halten öfter an ihrem Glauben an Gott, wie er in der Bibel beschrieben wird, fest. Christen neigen laut der Studie allgemein dazu, mehr positive als negative Ansichten im Hinblick auf Kirchen und religiöse Organisationen zu äußern. Sie attestieren den Einrichtungen, wenn auch in geringerem Maße als praktizierende Christen, gesellschaftlichen Nutzen – sie würden Armen helfen und das Zusammenleben von Gemeinschaften fördern.

Konfessionslose Erwachsenen glauben tendenziell weder an Gott noch an eine höhere Macht im allgemeinen Sinne. Ein Großteil der konfessionslosen Europäer gibt an, dass die Wissenschaft Religion in ihrem Leben überflüssig macht.

Eine christlich geprägte Identität ist nach Ansicht der Forscher ein bedeutsamer religiöser, sozialer und kultureller Marker in Westeuropa. Mit 91 Prozent gibt eine große Mehrheit der Befragten an, getauft zu sein. Als Christen definierten sich 71 Prozent der befragten Personen, während nur 22 Prozent mindestens einmal im Monat einen Gottesdienst besuchen.

Für die Erhebung führte das Pew Research Center zwischen April und August 2017 Telefongespräche mit 24.599 zufällig ausgewählten Erwachsene in Belgien, Dänemark, Deutschland, Großbritannien und Nordirland, Frankreich, Finnland, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Spanien, Schweden und der Schweiz.

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