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Außengrenzen Europas : Ein neuer Grenzschutz für Europa

Einheitliche Erkenntnis: Europa muss seine Außengrenzen besser schützen. Bild: AP

In ganz Europa sollen die Außengrenzen besser geschützt werden: Brüssel hat einen Plan. Fragt sich nur, ob die Mitgliedstaaten mitmachen.

          6 Min.

          Ende 2015 kam ein Team europäischer Kontrolleure nach Griechenland. Sie wollten herausfinden, wie die Griechen ihre Grenzen schützen: in der Ägäis und an Land zur Türkei. Grenzen, die zugleich Außengrenze aller Staaten im Schengen-Raum sind. Der Befund war niederschmetternd. Griechische Grenzschützer konnten Fingerabdrücke nicht elektronisch nehmen und wenn doch, dann konnten sie die nicht über das Internet abgleichen. Ihnen fehlten Schiffe und ein eigenes Überwachungssystem. An einigen Stellen waren die Beamten auch einfach im Urlaub, da wurde nicht einmal zum Schein kontrolliert. Es herrschte Chaos. Jeden Tag landeten Tausende Migranten auf den Inseln und reisten so schnell wie möglich weiter nach Mitteleuropa. Wie sich bald zeigte, waren auch einige Terroristen darunter. Jeder Innenminister und jeder Regierungschef forderte damals: Europa muss seine Außengrenzen besser schützen!

          Thomas Gutschker

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Und, ist das geschehen? Die Europäische Union hat seitdem eine Menge getan, um die Lage in der Ägäis und in Sizilien in den Griff zu bekommen. Sie schickte Hunderte Beamte aus anderen Mitgliedstaaten dorthin, baute Ankunftszentren auf und registriert nun jeden Migranten. Sie arbeitet mit den Transitstaaten zusammen, zahlt viel Geld für Syrer in der Türkei und bildet die libysche Küstenwache aus. Die Zahl der Migranten ist auf beiden Routen stark gesunken. Und die Grenzschutzbehörde Frontex wurde ausgebaut. Daran gemessen, hat sich die Sicherheit deutlich verbessert.

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