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EU-Austritt : Die AfD ist zurück im 19. Jahrhundert

Viele haben ein Problem mit der EU, wollen weniger Integration: Die AfD ist mit ihrem Willen auszutreten trotzdem in der Minderheit. Wie geschichtsvergessen kann man sein?

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          Die AfD ist gegen einen zentralisierten Bundestaat „EU“, sie ist auch gegen „Vereinigte Staaten von Europa“. Dagegen sind auch viele andere Zeitgenossen, bei uns und in vielen anderen europäischen Ländern, unabhängig davon, dass diese Konzepte sowieso in die Jahre gekommen sind.

          Integrationsskepsis ist also kein Alleinstellungsmerkmal der AfD. Mit der Drohung allerdings, aus der EU, die selbstverständlich als undemokratisch denunziert wird, auszutreten, sollten „grundlegenden Reformansätze“ nicht verwirklicht werden, steht der populistisch-nationalkonservative Emporkömmling allenfalls für eine Minderheit.

          Ja, die EU hat Mängel; der Zeitgeist bläst ihr ins Gesicht, ihre Institutionen stoßen auf Misstrauen. Schuld daran haben viele – auch Mitgliedstaaten, deren Politik gemeinschaftswidrig und deren Rhetorik heuchlerisch ist. Wäre es wirklich im Interesse Deutschlands, aus der EU auszutreten angesichts einer Weltlage, die ist, wie sie ist? Mit Romantik und Nostalgie zurück in die Zukunft? Das 19. Jahrhundert liegt hinter uns! Wie geschichtsvergessen muss man sein, um damit hausieren zu gehen?

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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