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Erstes Untersuchungsergebnis : „Arafat wurde nicht vergiftet“

Jassir Arafat Bild: dpa

Fiel PLO-Chef Jassir Arafat einem Mordanschlag zum Opfer? Bis heute hält sich das Gerücht. Nun hat das erste von drei Laboren sein Untersuchungsergebnis veröffentlicht: Die Russen fanden keine radioaktiven Spuren.

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          Eigentlich sollte längst Klarheit über die Ursache des Todes von Palästinenserführer Jassir Arafat herrschen. Ende November 2012 wurde in Ramallah das Grab des PLO-Chefs geöffnet. Zuvor hatten Schweizer Fachleute bei Recherchen für einen Dokumentarfilm des qatarischen Senders Al Dschazira Hinweise darauf gefunden, dass Arafat möglicherweise durch die radioaktive Substanz Polonium 210 vergiftet worden war; viele Palästinenser sind der Ansicht, dass der PLO-Chef einem Mordanschlag zum Opfer fiel.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Palästinensische Ärzte entnahmen daraufhin am 27. November 2012 in Ramallah zwanzig Gewebeproben und übergaben sie Fachleuten aus der Schweiz, aus Frankreich und Russland. Sie sollten herausfinden, ob Arafat, der am 11. November 2004 in einem Pariser Militärkrankenhaus gestorben war, durch Polonium 210 getötet wurde. Die palästinensische Autonomiebehörde kündigte damals an, dass nach drei Monaten mit den ersten Ergebnissen zu rechnen sei. Nach fast einem Jahr veröffentlichte nun am Dienstag das erste Labor die Essenz seiner Untersuchungen.

          Keine Spuren von Polonium

          Die russischen Fachleute teilten mit, dass Arafat nicht mit Polonium vergiftet worden sei. Sie hätten keine Spuren von Polonium entdeckt, zitierten Nachrichtenagenturen den Chef des staatlichen Labors in Moskau. Die endgültigen Untersuchungsergebnisse der Fachleute aus Frankreich und der Schweiz stehen noch aus.

          In einem Artikel für das britische Wissenschaftsmagazin „The Lancet“ berichteten die Wissenschaftler aus Lausanne in diesen Tagen über Untersuchungen von Kleidungsstücken und anderen Gegenständen aus Arafats Besitz, die ihnen dessen Witwe Suha 2012 überlassen hatte. Demnach sind ihre Erkenntnisse „kompatibel“ mit einer möglichen Aufnahme von Polonium 210. Dabei handele es sich aber nur um Schlussfolgerungen aus wissenschaftlichen Berechnungen, mit denen allein keine tödliche Vergiftung nachgewiesen werden könne. Mit der radioaktiven Substanz wurde nach Ansicht der britischen Polizei in London im Jahr 2006 der frühere russische Agent Aleksandr Litwinenko getötet.

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