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Präsidentschaftswahl : Russland bestätigt Putin mit über 70 Prozent im Amt

Russlands Präsident Wladimir Putin gibt bei der Präsidentenwahl seine Stimme ab. Er kam nach ersten Prognosen auf über 70 Prozent der Stimmen. Bild: dpa

Der russische Staatschef Wladimir Putin kann bei der Präsidentenwahl mit einem klaren Sieg rechnen. Nach Teilauszählungen kam er auf rund 75 Prozent der Stimmen.

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          Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich am Sonntag für weitere sechs Jahre im Amt bestätigen lassen. Die Wahlleitung sprach ihm nach Teilauszählungen rund drei Viertel
          der Stimmen zu, wie die Behörde in Moskau mitteilte. Bei einer Kundgebung auf dem Manegeplatz vor dem Kreml beschwor Putin noch am späten Abend seine Anhänger. Er werte das deutliche Ergebnis als Anerkennung seiner bisherigen Politik, sagte er. „Ich sehe darin Vertrauen und Hoffnung. Uns erwartet Erfolg.“

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Putin, der vor der Wahl kein Programm veröffentlicht hatte, hatte nach seiner Stimmabgabe in Moskau gesagt, er sei „überzeugt von der Richtigkeit des Programms, das ich dem Land vorschlage“.

          Unabhängige Wahlbeobachter berichteten von Manipulationen; die Bewegung Golos zählte bis zum Abend mehr als 2600 Verstöße. Überwachungskameras hielten fest, wie vielerorts Wahlzettel bündelweise in Urnen gestopft wurden.

          Die Beteiligung lag nach vorläufigen Angaben vom Sonntagabend bei knapp sechzig Prozent; vor sechs Jahren betrug sie offiziell 65,3 Prozent. Der Kreml hatte als Ziel ausgegeben, dass Putin 70 Prozent der Stimmen bei 70 Prozent Beteiligung bekommen sollte.

          Hinter Putin kam der Kandidat der Kommunisten, Pawel Grudinin, auf den zweiten Platz mit nach den ersten Ergebnissen angeblich knapp 16 Prozent der Stimmen. Die übrigen sechs Kandidaten blieben viel schwächer. Putins wichtigster Gegner, Alexej Nawalnyj, war wegen Verurteilungen in politischen Prozessen nicht zugelassen worden; der Antikorruptionspolitiker hatte dazu aufgerufen, die „Nicht-Wahl“ zu boykottieren.

          Die Ukraine protestierte mit der Blockade von russischen Konsulaten und der Botschaft in Kiew gegen die Abhaltung der Wahl auf der vor vier Jahren von Moskau annektieren Krim.

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