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Erneuerbare Energien : Umweltverbände: Beschluss von Johannesburg ist ein Skandal

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"Nachhaltige Enttäuschung": BUND-Beobachter Daniel Mittler im F.A.Z. Business-Radio Bild:

Beim Thema erneuerbare Energien konnten sich die Teilnehmer auf der Weltkonferenz in Johannesburg nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen.

          Ohne konkrete Ziele und Zeitpläne zu vereinbaren, haben sich die Delegierten beim Weltgipfel in Johannesburg auf einen Ausbau erneuerbarer Energien geeinigt. Die Bundesregierung konnte damit eine ihrer wichtigsten Forderungen - die Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien auf weltweit 15 Prozent bis 2010 - nicht durchsetzen.

          Deutsche und internationale Umweltverbände nannten den Beschluss einen Skandal. Der Beschluss sieht nur noch eine „bedeutende Steigerung“ des Anteils erneuerbarer Energien vor, die „dringend“ zu geschehen habe.

          „Das ist ein schwieriger Kompromiss“, räumte ein deutscher Delegierter am späten Montagabend ein. „Wir hatten ehrgeizige Ziele - aber wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die Unterstützung der internationalen Staatengemeinschaft nicht groß genug ist.“ Insgesamt sei die Bilanz des Gipfels „durchwachsen“.

          Die Opec-Staaten haben sich zusammen mit den USA durchgesetzt

          Umweltschützer sind entsetzt

          Der Weltgipfelexperte des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Daniel Mittler, kritisierte: „Die Allianz aus USA, Japan und Opec hat den Gipfel für nachhaltige Entwicklung zu einem Gipfel der nachhaltigen Enttäuschung werden lassen.“

          Der World Wide Fund for Nature (WWF) zeigte sich „entsetzt über die Frechheit und Unverschämtheit, mit der die USA und die Opec sich über die Interessen der armen Länder hinwegsetzen“.

          Washington und die Erdöl exportierenden Länder waren strikt gegen eine Vereinbarung klarer Ziele zum Ausbau erneuerbarer Energien. Der jetzt beschlossene Text findet Eingang in den Aktionsplan, den der Gipfel zu drängenden globalen Problemen beschließen will.

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