https://www.faz.net/aktuell/politik/ermittlungen-gegen-moegliche-reichsbuerger-in-bundeswehr-17080445.html

Zivilangestellte der Bundeswehr : Ermittlungen gegen mögliche Reichsbürger

  • Aktualisiert am

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr in Koblenz im Oktober 2014 Bild: Reuters

Acht zivile Angestellte der Bundeswehr stehen im Verdacht, der Reichsbürgerszene anzugehören. Darunter ist ein Behördenleiter. Auch möglichen Kontakten in den Bundesnachrichtendienst geht der MAD nach.

          1 Min.

          Bei der Bundeswehr steht eine Reihe von zivilen Mitarbeitern im Verdacht, der Reichsbürgerszene anzugehören. Der Militärische Abschirmdienst (MAD) ermittelt seit Ende 2019 gegen „mehrere Verdachtspersonen“ in einer Niederlassung des Ausrüstungsamts in Ulm, wie das Bundesverteidigungsministerium am Dienstag mitteilte. Betroffen sei unter anderem die Leitung der Regionalstelle.

          Die Ermittlungen gehen den Angaben zufolge auf interne Hinweise zurück. Es gehe um den „Verdacht der Bestrebung im Phänomenbereich ,Reichsbürger und Selbstverwalter‘“, erklärte das Ministerium. Im Zuge der Ermittlungen habe der MAD am Dienstag acht Verdächtige befragt; die Ermittlungen liefen weiter. Als „Sofortmaßnahme“ sei gegen die Hauptverdächtigen ein Zutrittsverbot zu Liegenschaften ausgesprochen worden.

          Bei der betroffenen Behördenniederlassung handelt es sich demnach um das Zentrum für technisches Qualitätsmanagement in Ulm. Es gehört zum Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw).

          Die „Bild“-Zeitung berichtete, die mutmaßliche Reichsbürgergruppe werde angeführt von dem Chef der Dienststelle. Es handele sich um einen Beamten im Rang eines technischen Regierungsdirektors. Der Mann sei Sportschütze und verfüge über ein Waffenarsenal.

          Die mutmaßlichen Reichsbürger sollen laut dem Zeitungsbericht zudem Kontakte zu „gleichgesinnten Verschwörern in anderen Sicherheitsorganen“ haben. Es würden insbesondere Verbindungen zu Reichsbürgern beim Bundesnachrichtendienst (BND) geprüft.

          Wissen war nie wertvoller

          Lesen Sie jetzt F+ 30 Tage kostenlos und erhalten Sie Zugriff auf alle Artikel auf FAZ.NET.

          JETZT F+ LESEN

          Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) erklärte, „Verfassungsfeinden lassen wir nicht den kleinsten Raum in der Bundeswehr“. Extremismus und fehlende Treue zu den gemeinsamen Werten sei „unvereinbar mit unserem Auftrag, aber auch mit den Grundsätzen der Kameradschaft und Kollegialität“.

          Die Bevölkerung könne darauf vertrauen, dass in der Bundeswehr jedem Hinweis der Nähe zum Reichsbürgertum „konsequent nachgegangen wird“, versicherte die Ministerin. Sie nannte es „ermutigend, dass die wesentlichen Hinweise erneut aus internen Quellen kommen“.

          Weitere Themen

          Warten auf die Reaktion aus Russland

          Nach Antwort von NATO und USA : Warten auf die Reaktion aus Russland

          Amerika und die NATO bieten Russland einen Dialog an – aber nicht über dessen Kernforderungen. Der russische Präsident Wladimir Putin will sich Zeit nehmen, um die Briefe zu analysieren.

          Moskau unzufrieden mit US-NATO-Brief Video-Seite öffnen

          Ukraine-Krise : Moskau unzufrieden mit US-NATO-Brief

          In der Ukraine-Krise hat Moskau auf das Schreiben aus Washington mit Enttäuschung reagiert: Russland begrüßt die Gesprächsvorschläge, kritisiert aber, dass der Brief „keine positive Antwort auf die Hauptfrage“ enthalte - nämlich die gewünschte „Unzulässigkeit einer weiteren NATO-Osterweiterung“.

          Topmeldungen