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Erdbeben in Haiti : Wie die Vereinigten Staaten helfen

  • -Aktualisiert am

Schnelle Hilfe angekündigt: Barack Obama und Hillary Clinton Bild: REUTERS

Außenministerin Clinton vergleicht die Situation in Haiti mit den Zuständen nach dem Tsunami 2004. Die Hilfe der Vereinigten Staaten ist entsprechend: Tausende Soldaten sollen bei der Verteilung der Hilfslieferungen eingesetzt werden.

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          Schon wenige Stunden nach dem verheerenden Erdbeben von Haiti hat Präsident Barack Obama der karibischen Insel die „uneingeschränkte Unterstützung“ der Vereinigten Staaten zugesagt. Seine Regierung werde „schnell und entschlossen“ handeln, um der Bevölkerung Haitis zu helfen. Außenministerin Clinton brach ihre seit langem geplante Reise nach Australien und Neuseeland ab und kehrte von Hawaii aus nach Washington zurück.

          Obama wies unterdessen den Befehlshaber des für Mittelamerika zuständigen United States Southern Command, General Douglas Frazer, an, die militärischen Hilfs- und Rettungsmaßnahmen zu koordinieren. Frazers Stellvertreter, der Luftwaffengeneral Keen, hielt sich während des Erdbebens in Port-au-Prince auf und wird von dort aus den Einsatz der amerikanischen Streitkräfte leiten.

          Clinton vergleicht Katastrophe mit Tsunami

          Bereits am Mittwoch war ein Schiff der amerikanischen Küstenwache im Hafen von Port-au-Prince eingetroffen. Gleichzeitig lief der atomgetriebene Flugzeugträger „Carl Vinson“ vom Marinehafen in Norfolk (Bundesstaat Virginia) in Richtung Karibik aus. Das Schiff soll spätestens am Freitag im Krisengebiet eintreffen. Der Flugzeugträger ist Teil eines Flottenverbandes, zu dem auch das Hospitalschiff „Comfort“ gehören soll. Es wird in den nächsten Tagen von seinem Heimathafen Baltimore in Richtung Haiti auslaufen. Außerdem ist geplant, das amphibische Angriffsschiff „Bataan“ mit mehr als 2000 einsatzbereiten Marineinfanteristen in die karibischen Gewässer zu verlegen. Die Soldaten sollen bei der Verteilung der Hilfslieferungen eingesetzt werden. Die „Bataan“ und ihre Besatzung werden von der amerikanischen Marine immer wieder im Rahmen von Hilfsmaßnahmen nach Naturkatastrophen eingesetzt, zuletzt nach Hurrikan „Katrina“ in New Orleans. An Bord des Schiffes befinden sich mehr als 30 Hubschrauber verschiedener Typen, die derzeit in Haiti dringend benötigt werden.

          Nach dem Beben : Internationale Hilfe für Haiti läuft an

          Außenministerin Clinton, in deren Zuständigkeitsbereich auch die Koordination der zivilen Hilfsmaßnahmen fällt, verglich die Situation nach dem Erdbeben in Haiti mit den Zuständen nach dem schweren Tsunami im Dezember 2004 in Asien. Clinton hatte bei einer Zwischenlandung in Hawaii von der Naturkatastrophe auf den Großen Antillen erfahren. Auf Hawaii hatte sie sich unter anderem zu Gesprächen mit dem japanischen Außenminister Okada getroffen. Danach entschloss sie sich aber, ihre Reise nach Australien und Neuseeland abzusagen und nach Washington zurückzukehren. Auch Präsident Obama sagte einige Termine ab und ließ sich stattdessen über die geplanten Hilfsmaßnahmen informieren.

          Vorhut von Fallschirmspringern unterwegs

          Das Erdbeben von Haiti ist die erste schwere Naturkatastrophe, die sich in Obamas Amtszeit ereignet hat. Seine Mitarbeiter seien sich, so berichtet die „New York Times“, durchaus bewusst, dass Obamas Reaktion darauf nicht nur mit humanitären, sondern auch mit politischen Maßstäben gemessen wird. Seinem Vorgänger George Bush wird vorgeworfen, auf die Tsunamikatastrophe im Indischen Ozean zu langsam und nur unzureichend reagiert und bei der Bewältigung der Folgen von Hurrikan „Katrina“ sogar regelrecht versagt zu haben. Einen solchen Eindruck wollen sowohl Obama als auch Frau Clinton vermeiden.

          Wenn nötig, sollen amerikanische Soldaten auch die 7000 Mann starke, auf Haiti stationierte Friedenstruppe der Vereinten Nationen bei der Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung unterstützen. Dazu wurde ein Regiment der 82. Luftlandedivision in Fort Bragg im Bundesstaat North Carolina in Alarmbereitschaft versetzt. Eine Vorhut von 100 Fallschirmspringern machte sich am Donnerstag bereits auf den Weg nach Haiti.

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