https://www.faz.net/-gpf-74346

Energiegipfel : Bund und Länder geben sich einig

  • -Aktualisiert am

Dynamisch im Nebel: Windräder Bild: dpa

Bund und Länder wollen beim Umbau der Energieversorgung einen Schritt nach vorne gekommen sein. Kanzlerin Merkel äußerte die Hoffnung, „dass wir das schaffen wollen und vielleicht auch schaffen können“.

          1 Min.

          Bund und Länder wollen bei der Verwirklichung der Energiewende besser zusammenarbeiten. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die 16 Ministerpräsidenten der Länder am Freitag in Berlin vereinbart. Frau Merkel zeigte sich bereit, die von den Ländern vorige Woche beschlossenen Grundsätze mitzutragen. Sie betreffen den Ausbau der Netze und der erneuerbaren Energien sowie eine Reform des Fördergesetzes EEG. Als Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz lobte Thüringens Regierungschefin Christine Lieberknecht die Sitzung als konstruktiv.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Wien.

          Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig, der für die SPD-Länder sprach, sagte, man sei einen „ziemlichen Schritt nach vorne gekommen“. Er bekräftigte, die Länder seien auch bereit, bei ihren jeweiligen Ausbauzielen Abstriche zu machen. Bis zum 21. März, an dem die Runde wieder über den Umbau der Energieversorgung - Albig sprach von einem „Masterplan“ - reden will, könne dies konkreter gefasst werden. Frau Merkel äußerte die Hoffnung, „dass wir das schaffen wollen und vielleicht auch schaffen können“.

          „Verträgliche Preise“

          Die Kanzlerin suchte Sorgen über die Stromversorgungssicherheit im Winter mit dem Hinweis zu zerstreuen, die Bundesnetzagentur habe Reservekapazitäten von 2,5 Gigawatt gebucht, vor allem, um die Netzstabilität in Süddeutschland zu gewährleisten. 2,5 Gigawatt entsprechen der Leistung von zwei großen Kernkraftwerken. Die Kanzlerin betonte die Notwendigkeit eines schnellen Ausbaus der Leitungsnetze. Der Bund will Anfang 2013 die Trassenverläufe für neue Leitungen festlegen.

          Frau Merkel hob auch die Bedeutung der Stromerzeugung vor der Küste hervor. Albig sagte, die Kanzlerin habe weitere Verbesserungen für die Investoren zugesichert. Sie teilte mit, sie wolle das Ökostromangebot zu „verträglichen Preisen“ ausbauen, ohne die Dynamik des Ausbaus zu brechen. Skeptisch blieb Frau Merkel bei dem Plan, bis zum Sommer die Frage zu beantworten, wie trotz sinkender Wirtschaftlichkeit von Kohle- und Gaskraftwerken weitere Anlagen gebaut werden könnten. Die gelten als für die Netz- und Versorgungssicherheit unabdingbar. „Das ist eine ambitionierte Aufgabe, die wir uns da gegeben haben“, sagte Frau Merkel.

          Weitere Themen

          Langsam kreist der Sputnik

          Russland startet Massenimpfung : Langsam kreist der Sputnik

          Russland startet eine „Massenimpfung“ mit seinem heimischen Impfstoff. Dessen Testphase soll erst im Mai abgeschlossen sein. Die Verantwortlichen sagen trotzdem: Wird schon!

          Schulen bleiben bis Ende Januar zu Video-Seite öffnen

          Nach Bund-Länder-Konferenz : Schulen bleiben bis Ende Januar zu

          Nach dem Bund-Länder-Meeting der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten wurde die Verlängerung des Lockdowns für Schulen und Kindertagesstätten verkündet. Zudem sagte Merkel, dass man den Effekt von Weihnachten und Silvester erst am 17. Januar wirklich feststellen könne.

          Österreichs Durchhalteparolen

          Lockdown verlängert : Österreichs Durchhalteparolen

          In Österreich wird der Lockdown vorerst bis zum 8. Februar verlängert. Bundeskanzler Sebastian Kurz begründet das vor allem mit dem „Briten-Virus“. In Wien demonstrieren derweil Tausende gegen die Corona-Politik der Regierung.

          Topmeldungen

          Marylyn Addo und ihr Team arbeiten an einem Corona-Impfstoff.

          Forscherin Addo im Interview : „Ich erwarte im Frühjahr eine Entspannung“

          Infektiologin Marylyn Addo forscht mit ihrem Team selbst an einem Corona-Impfstoff, hat dabei aber gerade einen Rückschlag erlebt. Im Interview spricht sie über ihre Arbeit, mangelnde Impfbereitschaft, Virus-Mutationen und Lockdown-Effekte.

          Nach Laschets Wahl : Der knappe Sieg des Merkelianers

          Der künftige CDU-Vorsitzende Armin Laschet steht nun vor zwei Herausforderungen. Zum einen muss er Friedrich Merz einbinden, zum anderen seine Umfragewerte verbessern. Nur dann dürfte er Kanzlerkandidat werden.
          Das Symbol für Ethereum

          Digitalwährung Ether : Besser als Bitcoin

          Alle Welt ist im Bitcoin-Rausch. Dabei gibt es eine Alternative, die viel interessanter ist: Ether. Doch was macht die Digitalwährung so besonders?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.