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Umstrittene Fördertechnik : Fracking-Forscher finden Gase im Trinkwasser

Fracking-Romantik: Bohrung in Pennsylvania Bild: dpa

Amerikanische Forscher haben in der Nähe von Fracking-Bohrungen Hinweise auf Gase im Trinkwasser gefunden. Schuld könnten schlechte Versiegelung oder geologische Gegebenheiten sein.

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          Die Debatte über mögliche Umweltschäden durch Schiefergasbohrungen (Fracking) in den Vereinigten Staaten erhält neue Nahrung. Wissenschaftler der Duke-Universität in Nord-Karolina haben in einer Studie Hinweise dafür gefunden, dass die Bohrungen in großer Tiefe das Trinkwasser mit Gas verunreinigen. In Wasserbrunnen, die weniger als ein Kilometer von Gasbohrungen entfernt sind, fanden die Forscher erheblich höhere Konzentrationen der Gase Methan und Ethan. In manchen der Brunnen entdeckten sie auch Propan. Die Studie beruht auf einer Untersuchung von 141 privaten Wasserbrunnen am Marcellus-Becken im Nordosten Pennsylvanias, einem der Zentren der Fracking-Wirtschaft in Amerika.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Beim Fracking werden Wasser, Sand und Chemikalien in tief liegende Gesteinsschichten gepresst, um Gesteine aufzubrechen und Gas- oder Ölvorkommen freizulegen. Die Sorgen von Umweltschützern und Anwohnern richten sich unter anderem darauf, dass durch die Fracking-Technik das Trinkwasser verschmutzt wird. Die Studie, die von der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht wurde, deutet darauf hin, dass diese Sorgen nur aber zum Teil berechtigt sind. Die Forscher fanden in dieser - wie schon in früheren Studien - keine Anzeichen dafür, dass die Flüssigkeit, mit der das Gestein aufgebrochen wird, aufsteigt und das Trinkwasser belastet. Das sei die gute Nachricht, sagt Robert Jackson, Umweltwissenschaftler und einer der Autoren. Wohl aber scheint Gas in Brunnen zu gelangen.

          Streit um die Ursache

          „Die einfachste Erklärung dafür ist, dass Gasbohrungen nicht gut genug versiegelt und zementiert wurden“, sagt Jackson. Die Untersuchung deute darauf hin, wie wichtig die Integrität der Bohrungen sei. Pennsylvania hatte 2011 die Sicherheitsstandards unter anderem für die Zementierung von Gasquellen verschärft, um Verschmutzungen des Grundwassers zu verhindern. Es sei noch zu früh, um Vergleiche alter und neuer Bohrquellen durchzuführen, sagt Jackson. In Deutschland hat die Regierung gerade einen Gesetzentwurf ad acta gelegt, mit dem die Zulassungsbedingungen für Fracking verschärft werden sollten.

          Methangas in Trinkwasserbrunnen ist in Pennsylvania nicht ungewöhnlich. Zwischen Umweltschützern und der Gaswirtschaft wogt ein Streit, ob die Kontamination Folge des Fracking ist oder natürliche Ursachen hat. Jackson und die Forschergruppe sind sicher, in „einigen Fällen“ nachgewiesen zu haben, dass es sich um Gas aus den Fracking-Bohrungen handele. Darauf wiesen Vergleiche der Gasspuren im Trinkwasser und in den tiefen Gesteinsschichten hin, bei denen isotopische „Fingerabdrücke“ verglichen werden. Methangas ist ein Treibhausgas und kann sich bei hoher Konzentration selbst entzünden.

          Das Ergebnis der Studie aus Pennsylvania hat Bedeutung über die Region hinaus. Avner Vengosh, Mitautor der Studie, betont indes, dass mögliche Umweltschäden durch Fracking und Schiefergasförderung davon abhingen, wo gebohrt werde. In einer Studie über Bohrungen im Fayetteville-Schiefer im Nordwesten von Arkansas etwa fand die Forschergruppe keine Hinweise auf eine Verschmutzung des Trinkwassers durch das Fracking, weder durch Fracking-Flüssigkeit noch durch Gase. Die geologischen Gegebenheiten in beiden Bundesstaaten seien unterschiedlich, erklärt Vengosh. Das Marcellus-Becken in Pennsylvania sei von Spalten und Rissen durchzogen, durch die Gas und Flüssigkeiten ihren Weg fänden. „Solche Spalten gibt es in Arkansas nicht“, sagt Vengosh. Dort sei das Grundwasser nach oben und nach unten durch starke undurchlässige Schichten abgeschirmt.

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