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Oettinger über Fracking : Haltet die Option offen, die Putin nervös macht

  • Aktualisiert am

Deutschlands EU-Kommissar Günther Oettinger Bild: dpa

Fracking ist in Deutschland nicht populär. Der deutsche EU-Kommissar Oettinger rät dennoch dazu. Sonst drohe die Industrie ins Hintertreffen zu geraten gegenüber den Amerikanern.

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          EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat sich dafür ausgesprochen, der umstrittenen Schiefergas-Förderung in Europa eine Chance zu geben. „Bewahrt Euch die Option“, sagte Oettinger während einer Energiekonferenz in Köln.

          Die Politik solle Geologen und Ingenieure ihre Arbeit machen lassen. Durch die Erschließung neuer Vorkommen könne auch Druck auf den wichtigen Gaslieferanten Russland unter Präsident Wladimir Putin ausgeübt werden. „Haltet die Option offen, die Putin nervös macht“, forderte Oettinger.

          Die Vereinigten Staaten haben in den vergangenen Jahren die Förderung von Schiefergas vorangetrieben. Dabei wird durch das sogenannte Fracking Gas mit Hilfe von Wasser und Chemikalien aus Gestein gepresst. Die Preise für Gas und auch für Strom sind dadurch in den Vereinigten Staaten deutlich gesunken.

          Angst um Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit

          In Europa hingegen, insbesondere in Deutschland, trifft die Methode auf ungleich größeren Widerstand. Kritiker fürchten, dass die Trinkwasserversorgung dadurch gefährdet wird. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat erklärt, dass er Fracking in Deutschland in den kommenden Jahren für ausgeschlossen hält.

          Oettinger sprach sich dafür aus, die europäische Gasversorgung breit aufzustellen. Dies sei auch notwendig, damit die Industrie wettbewerbsfähig bleibe. Unternehmen in Amerika müssen für ihren Energiebedarf deutlich weniger als ihre Konkurrenten in Europa zahlen.

          „Die Industrie hält 50 Prozent höhere Gaspreise durch, 100 Prozent auch, aber nicht das Dreifache.“ Die deutsche Energiestrategie müsse eine Industriepolitik als Grundlage haben. „Energiepreise in Deutschland werden eine sensible Größe werden“, sagte Oettinger.

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