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Ökostrom : Was bedeutet die EEG-Umlage für den Kunden?

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Mit welchen Mehrkosten muss beim Strom 2013 gerechnet werden? FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen Bild: dapd

Von 2013 an müssen die Kunden mehr für ihren Strom zahlen. Die EEG-Umlage steigt auf rund 5,3 Cent pro Kilowattstunde. FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen für die Verbraucher.

          Es ist etwas paradox. Höhere Mieten, Sprit- und Heizkosten schlagen bei den meisten Verbrauchern weit stärker zu Buche als die Stromkosten. Aber um diese ist durch die auf ein Rekordniveau steigende Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien eine heftige Debatte entbrannt. Denn die Frage ist, wie teuer darf und kann die Energiewende noch für die Bürger werden. FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen für die Verbraucher.

          Mit welchen Mehrkosten muss beim Strom 2013 gerechnet werden?

          Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Umlage wird auf 5,277 Cent je Kilowattstunde steigen. Hinzu kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer, so dass dieser Posten knapp 6,3 Cent ausmachen wird. Da zugleich wegen der schwankenden Wind- und Solarstromerzeugung immer häufiger in den Netzbetrieb eingegriffen und das Stromnetz ausgebaut werden muss, wird auch mit stark steigenden Netzentgelten gerechnet. Strom dürfte 2013 mindestens zehn Prozent teurer werden, erwarten Energieversorger und Vergleichsportale wie Verivox.

          Was bedeutet das in Zahlen?

          Ein durchschnittlicher Mehr-Personen-Haushalt verbraucht pro Jahr etwa 3500 Kilowattstunden (kWh). Mit einer kWh lässt sich zum Beispiel eine Maschine Wäsche waschen. Derzeit zahlt er etwa 26,4 Cent je kWh - rund 50 Prozent davon sind Steuern, Ökostrom-Umlage und andere Abgaben. Insgesamt zahlt er also 924 Euro pro Jahr.

          Steigt der Strompreis um mindestens zehn Prozent, droht ein Anstieg um knapp 100 Euro auf 1.016 Euro. Steigende Öl- und Heizkosten machen aber weiter den größten Posten aus. Ein Haushalt zahlt im Schnitt nach Angaben der Agentur für erneuerbare Energien rund 1.260 Euro pro Jahr an Heizkosten, den Löwenanteil haben mit 1.392 die Benzinkosten. Strom macht im Haushaltsbudget bisher oft nur 2,5 bis 3 Prozent aus.

          Was könnte die Bundesregierung tun, um die Kosten zu dämpfen?

          Derzeit nimmt der Staat knapp eine Milliarde Euro nur dank der zusätzlichen Mehrwertsteuereinnahmen durch die Ökostrom-Umlage ein. Das dürfte 2013 nochmal wesentlich mehr werden, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist also sogar Nutznießer des Anstiegs. Die FDP fordert daher die Stromsteuer, die derzeit mit 2,1 Cent rund acht Prozent des Strompreises ausmacht, entsprechend zu senken.

          Doch mit den Einnahmen wird die Rentenkasse mitfinanziert - die Rentenbeiträge sollen aber 2013 sinken. Umweltminister Peter Altmaier (CDU) ist gegen ein Drehen an dieser Steuerschraube. Es ist zudem nicht sicher, ob eine geringere Stromsteuer komplett an die Verbraucher weitergeben wird oder ob Versorger dies nutzen, um ihre Margen zu steigern. Mittelfristig soll eine Reform der Ökostrom-Förderung Kosten dämpfen.

          Was ist mit Sonderhilfen für einkommensschwache Haushalte?

          Der CDU-Arbeitnehmerflügel fordert, ein bestimmtes Kontingent für Geringverdiener zu den jetzigen Preisen anzubieten. Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher, schlägt sogar eine generelle Kostenbefreiung für 500 Kilowattstunden Strom pro Jahr vor. Darüber hinaus solle es höhere Tarife geben, so dass zum Beispiel 4000 Kilowattstunden am Ende das gleiche kosten würden wie bisher.

          So könnten Hartz-IV-Empfänger entlastet und vor Stromsperren bewahrt werden sowie Anreize für Stromeinsparungen gesetzt werden, meint er. Da sich arme Bürger oft die neuesten Kühlschrankmodelle, die weniger Strom verbrauchen können, nicht leisten können, plädieren Umwelt- und Sozialverbände zudem für „Abwrackprämien“. Aber Minister Altmaier warnt vor Aktionismus, vorerst will die Regierung hier nichts tun. Geplant ist ab 2013 aber eine Ausweitung von Energieberatungen.

          Was kann der Bürger tun, um die Belastung selbst zu mindern?

          Stromsparen oder den Anbieter wechseln, gerade im Vergleichen der Tarife liegt oft das größte Einsparpotenzial. Zudem gibt es die Energieberatung der Verbraucherzentralen, die je nach Umfang zehn bis 30 Euro kostet. Für Empfänger von Sozialleistungen gibt es das Projekt Stromspar-Check der Caritas sowie des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen.

          Dabei kommen Stromsparhelfer nach Hause, identifizieren Energiefresser und stellen kostenlos Sparlampen oder abschaltbare Stecker zur Verfügung. In der Regel können mit dieser Hilfe mehr als zehn Prozent der Kosten eingespart werden, also in etwa der jetzt für 2013 drohende Strompreisanstieg für Haushalte.

          Wird die EEG-Umlage auch in Zukunft steigen?

          Davon ist auszugehen - auch wenn die Höhe schwer vorauszusagen ist. Die Einspeisevergütungen, die besonders in der Vergangenheit teilweise sehr hoch waren, werden über 20 Jahre garantiert. Wenn die ersten teuren Altanlagen nicht mehr gefördert werden, könnte die EEG-Umlage sinken. Gleichzeitig könnte durch einen generell steigenden Strompreis an der Börse der Preisabstand des Ökostroms sinken, was die Förderung über die Einspeisevergütung billiger macht. Dann müssen die Stromkunden zwar womöglich für ihren Strom an sich mehr zahlen, die EEG-Umlage trüge daran aber keine Schuld.

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