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Kernkraftwerke : Die Schweiz plant den Atomausstieg

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Bild: FAZ.NET

Fünf Atomreaktoren sind in der Schweiz in Betrieb. Doch seit Fukushima hat sich auch unter den bislang atomfreundlichen Eidgenossen die Stimmung gedreht. Nun hat die Schweizer Regierung den Ausstieg bis etwa 2034 beschlossen.

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          Die Schweiz plant den Atomausstieg. Die Regierung in Bern sprach sich am Mittwoch dafür aus, bestehende Atomkraftwerke nach Ablauf ihrer Betriebsdauer nicht zu ersetzen. Sie richtete eine entsprechende Empfehlung an das Parlament, das üblicherweise den Entscheidungen der Regierung folgt. Die Abgeordneten sollen bis Mitte Juni über den Atomausstieg befinden. Ein genauer Zeitplan existiert noch nicht. Unter Annahme einer durchschnittlichen Betriebsdauer von 50 Jahren müsste der erste Meiler 2019 vom Netz gehen, der letzte im Jahr 2034.

          Derzeit sind in der Schweiz fünf Atomreaktoren in Betrieb. Die beiden ältesten stehen auf der kleinen Aareinsel Beznau im Kanton Aargau, sie gingen im Jahr 1969 und 1971 in Betrieb. Kurze Zeit später ging das Kernkraftwerk Mühleberg rund 14 Kilometer westlich von Bern ans Netz. Etwas neuer und stärker sind die Atomkraftwerke in Gösgen (1979) und Leibstadt (1984).

          Die Schweiz hatte ihre Atomkraftwerke gerade erst einem sogenannten Stressdienst unterworfen. Für eine vorzeitige Stilllegung der Kraftwerke sieht die Regierung derzeit keinen Anlass. So hätten Überprüfungen ergeben, dass der sichere Betrieb der Schweizer Kernkraftwerke zurzeit gewährleistet sei.

          An der Grenze zu Deutschland: das Schweizer Atomkraftwerk Leibstadt am Rhein
          An der Grenze zu Deutschland: das Schweizer Atomkraftwerk Leibstadt am Rhein : Bild: dapd

          Seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima in Japan ist auch in der Schweiz der Widerstand gegen die Atomkraft deutlich gestiegen. Am vergangenen Sonntag demonstrierten im Kanton Aargau rund 20.000 Menschen gegen Atomkraft, die größte Anti-AKW-Kundgebung in der Schweiz seit Tschernobyl. Die Veranstalter hatten im Vorfeld nur mit 10.000 Teilnehmern gerechnet. Anders als in Deutschland wurden in der Schweiz nach dem Unglück in Fukushima keine Atomkraftwerke vom Netz genommen.

          Gegen den Ausstieg dürfte sich aber auch in der Schweiz Widerstand regen: Zuletzt hatten Wirtschaftsverbände Bedenken wegen einer möglichen Energieknappheit und stark steigender Stromkosten angemeldet, sollte es zu einem überhasteten Atomausstieg kommen. Derzeit werden etwa 60 Prozent des Stroms in der Eidgenossenschaft durch Wasserkraft und wenige andere Energieträger sowie 40 Prozent durch Atom erzeugt.

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