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Gleichstrom-Leitungen : Neue Stromtrassen geplant

Erneuerbare Energien erfordern neue Stromtrassen Bild: ZB

Die großen Netzbetreiber wollen mit hohen Summen die Energiewende vorantreiben. Die eingereichten Anträge haben ein Volumen von mehr als 6 Milliarden Euro.

          Die Planungen der Netzbetreiber für die Energiewende nehmen Gestalt an. In mehreren Machbarkeitsstudien prüfen die Betreibergesellschaften den Bau neuer Stromautobahnen, die Ökostrom über Hunderte Kilometer zu den Verbrauchsorten transportieren sollen. Dabei setzen sie allesamt auf die Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ), die es erlaubt, große Strommengen mit vergleichsweise geringen Verlusten über lange Strecken zu übertragen (F.A.Z. vom 21. September).

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          „Wir brauchen neue Leitungen und ich begrüße die Aktivitäten der Industrie, hier auch technologisch Neuland zu betreten“, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, dieser Zeitung. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sagte: „Wir brauchen neue Stromnetze, damit die Energiewende gelingt.“ Den gesetzlichen Rahmen habe die Bundesregierung auf den Weg gebracht, er freue sich „über die Ankündigung der Betreiber, massiv in den Ausbau und die Modernisierung der Netze zu investieren“. Das sei „eine hervorragende Nachricht“. Am weitesten gediehen sind die Vorarbeiten von 50 Hertz Transmission, die Windstrom aus Sachsen-Anhalt in die Industriegebiete an Rhein und Main befördern will. Nach Angaben der Bundesnetzagentur hat das früher zum Energieversorger Vattenfall gehörende Unternehmen erste Investitionsgenehmigungen beantragt.

          Insgesamt wurden bei der Bundesnetzagentur bis zum Stichtag 30. Juni in diesem Jahr rund 60 Neuanträge für den künftigen Ausbau des Stromnetzes eingereicht. Die neuen Investitionsbudgets, die in die spätere Berechnung der Netzentgelte einfließen und jeweils Projektplanungen über mehrere Jahre abdecken, summieren sich auf rund 6 Milliarden Euro, davon etwa 5,4 Milliarden Euro für Übertragungsnetze. Damit liegt das Antragsvolumen leicht über dem Stand des vergangenen Jahres. Die Investitionsbereitschaft sei ungebrochen, heißt es in einer Zwischenbilanz der Aufsichtsbehörde.

          Zu den sich abzeichnenden Großprojekten gehört eine Nord-Süd-Trasse entlang der Rheinschiene, an der der Netzbetreiber Tennet arbeitet. Zusätzlich prüfen Amprion und EnBW in einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie, wie Technik und Trassenverlauf einer neuen Leitung zwischen Baden-Württemberg und dem Rheinland aussehen könnten. „Ziel ist es, das Projekt in den Netzentwicklungsplan einzubringen“, sagte ein Amprion-Sprecher. Von diesem Plan, den die Regierung bis Juni kommenden Jahres vorlegen will, hänge es ab, welche Leitungen letztlich erforderlich seien, sagte Kurth. Die energiepolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Ingrid Nestle, warnte die Netzbetreiber davor, jetzt schon Trassenverläufe festzulegen ohne den „öffentlich kontrollierten Planungsprozess“ abzuwarten. Technologische Möglichkeiten wie HGÜ seien ein wichtiger Teil der Untersuchungen zum Netzausbau, sagte Kurth.

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