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Fußball-Bundesliga : Missliebige Sponsoren in Leverkusen und Nürnberg

Mahnwache: In Nürnberg protestieren Atomgegner gegen Trikotsponsor Areva Bild: dpa

Billigstrom und Atom: Gegen Leverkusens Werbepartner Teldafax wird ermittelt, Fans beschweren sich, doch Bayer spricht nur von „unschönen Nebengeräuschen“. Nürnbergs Sponsor Areva ist seit Fukushima im Visier von Atomgegner.

          Viel schöner könnte es zurzeit für Bayer Leverkusen kaum laufen. Die Werkself ist die beste Mannschaft der Bundesliga-Rückrunde. Nach dem 2:1-Sieg über St. Pauli kann das große Duell am nächsten Sonntag gegen Bayern München (15.30 Uhr / FAZ.NET-Bundesliga-Liveticker) mit breiter Brust aufgenommen werden. Doch nicht alle Anhänger wollen in den Jubelchor einstimmen. Abseits des sportlichen Erfolgs sorgt ein Thema für Unruhe. In einem Fanforum des Vereins im Internet schreibt ein Teilnehmer: „Irgendwie schon ein Armutszeugnis, dass die Firma immer noch unser Sponsor ist und wir mit unseren Trikots Werbung für die machen.“

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Es geht um Teldafax. Seit dem Jahr 2007 ist das Unternehmen Hauptsponsor der Fußballtochter des Bayer-Konzerns. Der Name des Billigstromanbieters prangt auf den Fußballhemden der Profikicker, dafür erhalten die Leverkusener rund sechs Millionen Euro pro Saison. Aber nur finanziell betrachtet handelt es sich für die Bayer-Fußballer um eine gewinnbringende Verbindung - vielmehr rückt sie den Champions-League-Kandidaten in ein schlechtes Licht.

          Seit Monaten steht der Werbepartner im Zwielicht, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Insolvenzverschleppung, Verbraucherschützer warnen, verärgerte Stromkunden fürchten um ihre Guthaben. Einige beschweren sich nun direkt bei Bayer Leverkusen und hoffen hier auf Hilfe. Aber dort sagt Meinolf Sprink, der zuständige Direktor für Kommunikation und Marketing: „Ich kann nicht mehr tun, als an Teldafax weiterzuleiten.“ Dass das Sponsorengeld auf dem Konto einläuft, ist für den Verein erst einmal wichtiger. „Bis jetzt haben wir einen verlässlichen Partner“, sagt Sprink.

          Bayer Leverkusen eilt von Erfolg zu Erfolg - doch Sponsor Teldafax steht im Zwielicht

          Enthüllungen nur „unschöne Nebengeräusche“?

          Trotz der Negativschlagzeilen stehen die Leverkusener fest zu ihrem Partner. Nicht nur die Mannschaft ist in die Werbekampagne eingebunden. Sportdirektor Rudi Völler lächelt weiterhin als Werbefigur von der Internetseite des Unternehmens. Und in einem Fernsehspot lockt das Fußballidol: „Wechseln is'n Klax - mit Teldafax.“ Aufgeschreckte Kunden des Billigstromanbieters, die ihre Gebühr zum Teil ein Jahr im voraus gezahlt haben, kritische Fans und Verbraucherschützer werfen Bayer Leverkusen Verantwortungslosigkeit oder zumindest Sorglosigkeit vor.

          Im vergangenen Oktober, als die Werksfußballer gerade auf Europapokal-Dienstreise in Griechenland weilten, brachte ein dreiseitiger Beitrag im „Handelsblatt“ Licht in die dubiosen Strukturen des Unternehmens aus Troisdorf. Es stellte sich heraus, dass die bestimmende Energiesparte der Firma bedenkliche Verluste schreibt, Wirtschaftsprüfer seit 2008 ein Testat für die Bilanzen verweigerten und der ehemalige Gründervorstand unbemerkt wegen Kapitalanlagebetrugs zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war. Immer mehr Netzbetreiber verweigern inzwischen Teldafax die Durchleitung, kündigen die Verträge, weil Rechnungen nicht gezahlt worden sind. Den Ärger haben die Kunden. Für Sprink waren die Enthüllungen „unschöne Nebengeräusche“. Trotz des fragwürdigen Zustands des Unternehmens warben die Bayer-Fußballer weiter engagiert für ihren Partner.

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