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Folgen der Energiewende : Strom wird noch teurer - EEG-Umlage steigt massiv

  • Aktualisiert am

Strom wird noch teurer, wenn die Sonne besonders häufig scheint Bild: dapd

Die Sonne scheint und an der Börse kostet Strom immer weniger: Verbraucher werden im kommenden Jahr deutlich mehr Ökostrom-Umlage zahlen. Experten fordern dringend eine Reform.

          Die Ausgaben für die Förderung des Ökostroms der Verbraucher steigen noch stärker als zuletzt berechnet. Nach Zahlen der Netzbetreiber, die wird die sogenannte EEG-Umlage im kommenden Jahr um mehr als ein Cent pro Kilowattstunde steigen. Die Denkfabrik Agora-Energiewende berechnete auf Basis der Daten einen Anstieg der Umlage von 6,49 Cent auf den Rechnungen der Verbraucher. Derzeit beträgt sie knapp 5,3 Cent.

          Damit könnten die Strompreise für Haushalte im nächsten Jahr um gut vier Prozent steigen. Der Gesamt-Strompreis liegt jetzt bei etwa 28 Cent je Kilowattstunde. Die neuen Daten zur Umlage sind die letzten, die vor der Bundestagswahl veröffentlicht werden.

          Für die Berechnung der Umlage für das kommende Jahr fehlt jetzt nur noch der Monat September. Im Oktober geben dann die Netzbetreiber die endgültige Umlage für 2014 bekannt. Durchaus möglich ist aber auch, dass die Umlage noch stärker steigt - auf mehr als 7 Cent, wie die Frankfurter Allgemein Zeitung vor einiger Zeit berichtete. Experten, die auch die Regierung beraten, verlangen längst einen Kurswechsel. „Die Monopolkommission empfiehlt eine radikale Umsteuerung“, sagte ihr Vorsitzender Daniel Zimmer. Die Förderung müsse durch ein effizientes System mit Mengensteuerung ersetzt werden. Danach sollen den Versorgern steigende Ökostrom-Quoten vorgegeben werden. Diese müssten Ökostrom dann entweder selbst erzeugen oder von Produzenten kaufen. Somit gebe es auch mehr Wettbewerb um die günstigste
          Erzeugungsart, sagte der Kommissionsvorsitzende Zimmer.

          Hilft der sinkende Börsenstrompreis?

          Grund für den weiteren Anstieg der EEG-Umlage ist der sonnenreiche Sommer. Außerdem machen sich die nach wie vor fallenden Börsenstrompreise bemerkbar: Die Umlage wird als Differenz zwischen den garantierten Ökostrom-Abnahmetarifen und dem Börsenstrompreis berechnet. Fällt der Börsenpreis, steigt die Umlage. Das Förderkonto der Netzbetreiber für die erneuerbaren Energieträger rutschte im August gegenüber Juli weiter ins Minus - das Defizit beträgt jetzt rund 2,3 Milliarden Euro. Es muss so durch eine höhere Umlage im nächsten Jahr ausgeglichen werden.

          Sollten die Versorger die Umlagen-Erhöhung an die Verbraucher voll weitergeben, würde der Strompreis inklusive Mehrwertsteuer um gut vier Prozent steigen. Inwieweit die sinkenden Börsenpreise weitergegeben werden könnten, ist demgegenüber nicht sicher.

          Nach der Wahl kommt die EEG-Reform

          Nicht klar ist auch, wie die Politik agiert. Sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel wie auch der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück äußerten gerade erst, dass sie direkt nach der Wahl das EEG reformieren wollen mit dem Ziel, Strom für Verbraucher nicht noch teurer werden zu lassen. Oder wenigstens den Preisauftrieb abzubremsen. Wie genau das geschehen soll, ist aber noch nicht detailliert bekannt. Erwogen werden könnten beispielsweise weniger Ausnahmen oder Steuersenkungen.

          Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) forderte die Bundespolitiker zudem auf, die Energiewende langsamer zu vollziehen und sich mehr mit den europäischen Partnerländern abzusprechen. Er wirbt außerdem schon länger dafür, die umstrittene Schiefergas-Förderung (Fracking) für Deutschland nicht auszuschließen. Sie könne dabei helfen, Energie billiger zu machen - Oettinger klagte dabei darüber, dass die Energiekosten in den Vereinigten Staaten deutlich geringer sind als in Europa und dies entsprechende Wettbewerbsnachteile für die heimische Industrie bedeute.

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