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Erneuerbare Energien : Arme zahlen mehr für die Energiewende

Zu Lasten der Ärmeren: die Energiewende Bild: dpa

Einkommensschwache Haushalte beteiligen sich mit einem Prozent ihres Vermögens an der Energiewende, Reichere dagegen nur mit 0,1 Prozent. Die Folge: Die Finanzierung der Energiewende ist unsozial.

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          Arme Haushalte zahlen relativ bis zu zehnmal mehr für die Subvention von Sonnen- und Windstrom als reiche. Das geht aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervor, die im Auftrag der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellt wurde. Danach sind die einkommensschwächsten Haushalte mit beinahe 1 Prozent ihrer verfügbaren Einkommen an der Stromförderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz beteiligt. Die Haushaltsgruppe mit den höchsten Einkommen ist dagegen nur mit einem Anteil von 0,1 Prozent betroffen. Die INSM zog das Fazit: „Die derzeitige Finanzierung der Energiewende ist unsozial.“

          Umlage von 3,6 Cent pro Kilowattstunde

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Diese These führen Kritiker der Einspeisevergütung für Grünstrom immer wieder ins Feld. Ihrer Ansicht nach kommt das EEG einer Umverteilung von unten nach oben gleich. Tatsächlich entfällt auf jeden Stromverbraucher eine Umlage von 3,6 Cent pro Kilowattstunde, die unabhängig vom Einkommen auf den Strompreis aufgeschlagen wird. Älteren Berechnungen zufolge bezuschussen die Deutschen damit den Strom aus erneuerbaren Energien über ihre Stromrechnung insgesamt mit einem dreistelligen Milliardenbetrag. INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr sprach von einem unkontrollierten Kostenanstieg, der nicht länger hinnehmbar sei, weil er die Akzeptanz der Energiewende in der Gesellschaft untergrabe.

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