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Energiewende : Die Ausgaben für Ökostrom steigen immer schneller

  • -Aktualisiert am

Große Solaranlagen bringen viel Ökostrom - und ihren Betreibern viel Einspeisevergütung. Bild: dpa

Im Juli hat Deutschland den dritten Monat in Folge mehr Strom aus Wind und Sonne eingespeist als erwartet. Das hat die Netzbetreiber mehr gekostet, als sie von den Kunden dafür bekamen.

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          Die Ausgaben für Strom aus regenerativen Quellen steigen weiterhin überproportional an. Im Juli zahlten die vier Netzbetreiber im dritten Monat in Folge bereits mehr Geld an die Erzeuger aus, als sie von den Kunden dafür bekamen. Das im Internet einsehbare Verrechnungskonto weist bereits ein Defizit von 1,15 Milliarden Euro aus; im April hatte es noch mit einer Milliarde Euro im Plus gelegen. Von Januar bis Juli beliefen sich die Einnahmen aus der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und den Verkaufserlösen für Ökostrom auf 10,3 Milliarden Euro, die Ausgaben aber auf 11,5 Milliarden Euro.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Wien.

          Das schnell wachsende Defizit belegt Fehleinschätzungen in der Berechnung der EEG-Umlage, die für das Jahr 2012 auf 3,6 Cent je Kilowattstunde festgelegt wurde. Tatsächlich nahm die Einspeisung stärker zu als erwartet, weil die Witterung mit viel Wind und Sonne günstig war und mehr Erzeugungsanlagen gebaut wurden, vor allem für Solarstrom. Von Januar bis Juni wurden Photovoltaikanlagen mit einer Kapazität von 4370 Megawatt neu errichtet, im Vorjahreshalbjahr waren es lediglich 1700 MW.

          Das 2012 auflaufende Defizit muss im nächsten Jahr getilgt werden und wird auf die Umlage 2013 aufgeschlagen. Sie wird auch wegen der weiter wachsenden Ökostromkapazitäten angehoben. Fachleute rechnen mit einem Anstieg um mehr als ein Drittel auf 5 Cent je Kilowattstunde. Bekanntgegeben wird die Umlage des Jahres 2013 Mitte Oktober.

          Vergangenes Jahr erhielten die Ökostromerzeuger 16,4 Milliarden Euro, wie die jetzt veröffentlichte Abrechnung der vier Übertragungsnetzbetreiber zeigt. Das ist gut ein Viertel mehr als im Vorjahr. Der größte Teil der Hilfen galt 2011 wieder der Photovoltaik, auf die mit 7,8 Milliarden Euro mehr als das Anderthalbfache der Vorjahresförderung entfiel. Auf dem zweiten Rang blieb die Biomasse mit einer kleinen Steigerung auf 4,5 Milliarden Euro. Erzeuger von Windenergie bekamen 4,3 Milliarden Euro.

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