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Energiepolitik in Amerika : Obama hält an Atomkraft fest

Barack Obama Bild: dpa

Ungeachtet des Reaktorunglücks in Japan hält Barack Obama am Bau neuer Kernkraftwerke fest. Kernpunkt seiner Energiestrategie ist die Verringerung der Ölabhängigkeit Amerikas. Bis zum Jahr 2025 solle die Einfuhr von Erdöl um ein Drittel gesenkt werden.

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          Präsident Barack Obama setzt den Vereinigten Staaten ein ambitioniertes Ziel zur Erhöhung der Energiesicherheit. Bis zum Jahr 2025 solle die Einfuhr von Erdöl um ein Drittel gesenkt werden, erklärte Obama in einer Rede in Washington. Er will die heimische Öl- und Gasförderung ausweiten sowie sparsamere und klimafreundlichere Fahrzeuge und die Entwicklung alternativer Biokraftstoffe fördern.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Das neue Energieziel ergänzt die Bemühungen der Regierung um klimafreundlichere Energie. Danach soll der Anteil klimafreundlich erzeugter Energie bis 2035 von derzeit 40 auf rund 80 Prozent steigen. Der amerikanische Präsident setzt dazu auf mehr finanzielle Anreize für Gas- und Elektrofahrzeuge und Forschung. In den kommenden zwei Jahren sollen mindestens vier kommerzielle Biospritraffinerien in Betrieb gehen. Schärfere Verbrauchsstandards auch für schwere Lastwagen sollen den Energieverbrauch reduzieren.

          Obama will an der Kernenergie festhalten und diese ausbauen. Nuklearenergie sei ein wichtiges Potential, um ohne Kohlendioxidausstoß Strom zu erzeugen, sagte der Präsident. Die Regierung hat nach dem Unfall im japanischen Fukushima eine Sicherheitsüberprüfung der 104 Kernkraftwerke in Amerika angestoßen. Obama hat Bürgschaften von 36 Milliarden Dollar (25,5 Milliarden Euro) vorgeschlagen, um neue Kernkraftwerke zu bauen. 20 Anträge liegen vor.

          Barack Obama bei seiner Rede in der Georgetown Universität in Washington DC

          Unmut über steigenden Ölpreis

          Mit der Rede reagierte er auf den Unmut über den steigenden Ölpreis, der die Amerikaner vor allem an der Zapfsäule trifft. Eine Gallone Benzin zu 3,8 Litern kostet im Landesdurchschnitt nun 3,6 Dollar (umgerechnet 0,67 Euro je Liter). Zuletzt war Benzin 2008 mit mehr als 4 Dollar je Gallone teurer. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Gallone um 0,80 Dollar verteuert.

          Die oppositionellen Republikaner wollen die Klimaschutzregulierungen der Umweltbehörde EPA begrenzen, um so steigende Energiepreise einzudämmen. Der Präsident beklagte dagegen die geringe Ausnutzung schon erteilter Öl- und Gas-Förderlizenzen. Nach einer Studie des Innenministeriums werden im Volumen 70 Prozent der Lizenzen für Öl- und Gas-Förderung vor der Küste und 57 Prozent der Lizenzen im Inland nicht genutzt. Das umfasst geschätzte 11,6 Milliarden Barrel Öl (zu 159 Litern) und 59,2 Billionen Kubikmeter Gas im Golf von Mexiko. Obama will nun neue Anreize setzen, damit die Ölunternehmen die Lizenzen schneller nutzen. Der Präsident des Industrieverbands Business Roundtable, John Engler, klagte am Mittwoch, Lizenzen seien nicht genug, es müssten auch Bohrgenehmigungen erteilt werden.

          Im vergangenen Jahr führten die Vereinigten Staaten 4,29 Milliarden Barrel Öl ein. Erstmals seit mehr als zehn Jahren habe der Import weniger als die Hälfte des Verbrauchs ausgemacht, sagte Obama. Er hatte vor fast einem Jahr angekündigt, die Ölförderung auch vor der Ostküste zuzulassen. Nach dem Untergang der Ölbohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko erließ die Regierung aber ein Moratorium für Tiefwasserbohrungen, das im Oktober endete. Seither wurden erst sieben neue Tiefseebohrlizenzen erteilt.

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