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Energie : Ein Drittel der Öleinfuhren kommt aus Russland

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Energielieferungen aus Russland sind für Deutschland von großer Bedeutung Bild: dpa

Kurzzeitige Ausfälle der russischen Öllieferungen können der deutschen Industrie wenig Schaden zufügen, da Vorräte vorhanden sind. Langfristig ist Deutschland jedoch abhängig von Russland, seinem wichtigsten Öllieferanten.

          Ein kurzzeitiger Ausfall der Öllieferungen aus Russland wird der deutschen Industrie wenig Schaden zufügen und auch an den Tankstellen nicht zu Engpässen führen. Nach Angaben der EU-Kommission hat Deutschland Ölvorräte für etwa 130 Tage, das reiche sogar 40 Tage länger als die von der Kommission empfohlene Menge.

          Die Situation würde sich ändern, wenn die Einfuhren aus Russland über einen längeren Zeitraum ausblieben: Deutschland bezieht etwa ein Drittel seines Rohöls aus Russland. Nach einer Aufstellung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle importierte Deutschland von Januar bis September des vorigen Jahres 28.111.823 Tonnen Mineralöl aus Russland. Das entsprach einem Anteil von 35 Prozent der gesamten Öleinfuhren.

          Abhängigkeit von Öleinfuhren wird zunehmen

          Kein anderes Lieferland kommt auch nur annähernd auf diese Menge: Der zweitwichtigste Lieferant ist Norwegen (16 Prozent), vor Libyen (12), Großbritannien (11), Kasachstan (7), Syrien (3) und Saudi-Arabien (3). Auch auf heimische Ölquellen kann Deutschland nicht ausweichen: 97 Prozent des deutschen Rohölbedarfs müssen durch Importe gedeckt werden, da es hierzulande kaum eigene Vorkommen gibt.

          Diese Abhängigkeit von Öleinfuhren wird in Zukunft noch zunehmen. Die Vorkommen in Europa werden rasch weniger, vor allem in der Nordsee, weshalb wichtige Exporteure wie Großbritannien und Norwegen bald ausfallen dürften. Die Briten etwa sind seit 2005 selbst Nettoimporteure von Rohöl. Nach einer Schätzung der EU-Kommission werden die Öl- und Gasreserven in der EU und Norwegen in etwa 25 Jahren weitgehend aufgezehrt sein.

          Deshalb steigt der Importbedarf Europas bis 2030 deutlich: Im Jahr 2000 mussten 76 Prozent des Ölverbrauchs in den EU-Staaten durch Importe gedeckt werden, im Jahr 2030 sollen es voraussichtlich 90 Prozent sein. Alleine aus Russland wird man diesen zusätzlichen Bedarf aber nicht decken können. Die meisten Fachleute erwarten, dass für Europa vor allem Öl aus dem Nahen Osten, wo die größten Reserven lagern, immer wichtiger wird.

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