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Eklat um Kopftuchkonferenz : Das Ende von freier Rede und freiem Denken?

Aufgeheizte Stimmung: Der Campus der Goethe Universität im Frankfurter Westend Bild: Patrick Junker

Frankfurter Studenten kämpfen im Netz gegen eine Veranstaltung zum Kopftuch. Sie fordern die Absetzung der Ethnologin Susanne Schröter. Der Aufruhr ist groß.

          3 Min.

          Eigentlich sollten Universitäten Orte der freien Rede und des freien Denkens sein, doch das scheint zunehmend schwierig zu sein. Jetzt gibt es eine Kampagne gegen die Direktorin des „Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam“ (FFGI) an der Goethe-Universität Frankfurt Susanne Schröter. Sie hat eine Konferenz über „Das islamische Kopftuch“ am 8. Mai an der Universität Frankfurt vorbereitet. Das Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ der Universität gehört zu den Mitveranstaltern, der hessische Minister für Soziales und Integration, Kai Klose (Grüne), hat die Schirmherrschaft für die Konferenz übernommen.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Die Rednerliste bei der Konferenz reicht von Alice Schwarzer, der Gründerin der Frauenzeitschrift „Emma“, über die Soziologin Necla Kelek als Vorstandsfrau von „Terre des Femmes“ bis hin zu der Autorin und Journalistin Khola Maryam Hübsch, die das Kopftuchtragen zur Pflicht für Musliminnen erklärt hat. Dina El Omari von der Universität Münster wird eine theologische Annäherung über das Kopftuch im Islam vortragen und vertritt eine gemäßigte Position, weil sie das Kopftuchtragen der freien Entscheidung der einzelnen Frau überlassen will. Ausgewogener könnte die Rednerliste kaum sein – sogar ein Mann ist dabei, der Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi von der Pädagogischen Hochschule in Freiburg.

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