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Ehemaliger Pentagon-Chef : Gates: Obama hat uns nicht vertraut

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Applaus vom Präsidenten: der damalige Verteidigungsminister Robert Gates mit Barack Obama im Juni 2011 Bild: REUTERS

Verteidigungsminister behalten Kritik an ihren Vorgesetzten normalerweise für sich - auch im Ruhestand. Der ehemalige Pentagon-Chef Gates bricht mit dem Tabu. Seine Kritik an Präsident Obama hat es in sich.

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          Der ehemalige amerikanische Verteidigungsminister Robert Gates hat in einem Buch scharfe Kritik an Präsident Barack Obamas Afghanistan-Politik geübt. Obama habe seinen Kommandeuren nicht vertraut und nicht an seine eigene Strategie der zeitweiligen Truppenaufstockung im Kampf gegen die Taliban geglaubt, heißt in dem Buch, aus dem amerikanische Medien am Dienstag (Ortszeit) Auszüge veröffentlichten.

          Obama habe nur das eine Ziel: Die Truppen aus Afghanistan abzuziehen. Zudem hält Gates dem Präsidenten den Angaben zufolge extrem scharfe Zentralisierung und Kontrolle in Sicherheitsfragen vor - stärker als in den Zeiten von Präsident Richard Nixon.

          Gates hatte von 2006 bis 2009 dem republikanischen Präsidenten George W. Bush gedient. Obama beließ ihn nach seinem Amtsantritt zunächst im Amt, 2011 ging der heute 70 Jahre alte Gates in den Ruhestand. Das Buch mit dem Titel „Duty: Memoirs of a Secretary of War“ (Die Pflicht: Memoiren eines Kriegsministers) soll kommende Woche erscheinen.

          „Er kann Karsai nicht ausstehen“

          Die Vorwürfe aus dem Ruhestand überraschen. Gates galt bisher als loyal. In ersten Kommentaren hieß es, Gates hätte angesichts solcher Vorhaltungen gegen den Präsidenten eher zurücktreten müssen, als jetzt nachzutreten.

          Gates wirft Obama den Angaben zufolge zudem vor, er hege eine Antipathie gegen den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai. „Der Präsident vertraut seinen Kommandeuren nicht, er kann Karsai nicht ausstehen, glaubt nicht an seine eigene Strategie und betrachtet den Krieg nicht als seinen eigenen“, heißt es in Auszügen in der Zeitung „Washington Post“. Obama habe vor allem daran gezweifelt, dass die von ihm nach seinem Amtsantritt 2009 angeordnete Truppenverstärkung um rund 30.000 Soldaten zum Erfolg führe.

          Mit Blick auf den geplanten Truppenabzug aus Afghanistan heißt es demnach über Obama wörtlich: „Für ihn geht es nur darum, herauszukommen.“ Es ist das erklärte Ziel Amerikas und der Nato-Partner, bis Ende 2014 die Soldaten vom Hindukusch abzuziehen. Lediglich zu Ausbildungs- und Beratungszwecken sollen noch Truppen im Land bleiben.

          Allerdings richtete Gates auch Vorwürfe an Bush, der nach dem Terrorangriffen 2001 den Afghanistan-Einmarsch angeordnet hatte. Mit Blick auf den von Bush erhofften Wandel in dem Land meint Gates den Angaben zufolge, seine Ziele seien „auf peinliche Weise ehrgeizig und historisch naiv“ gewesen.

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