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Düsseldorf : Verdächtige geben Synagogen-Anschlag zu

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Die Synagoge in Düsseldorf Bild: AP

Der Brandanschlag auf die Synagoge in Düsseldorf hat offenbar einen ungewöhnlichen rechtsextremen Hintergrund. Die Polizei hat zwei Personen festgenommen, die „ein Zeichen“ gegen die Gewalt im Nahen Osten setzen wollten.

          Der Brandanschlag auf die Düsseldorfer Synagoge ist offenbar aufgeklärt. Wie Generalbundesanwalt Kay Nehm mitteilte, gestanden zwei am Mittwoch festgenommene Verdächtige „im Wesentlichen“ die Tat.

          Bei den Festgenommenen handelt es sich demnach um einen 20-jährigen Deutschen und einen 19-jährigen Staatenlosen, der in Jordanien geboren ist. Beide Beschuldigte wurden laut Nehm in Untersuchungshaft genommen. Sie wollten nach Angaben des Generalbundesanwalts mit der Tat auf die Auseinandersetzungen zwischen Israeli und Palästinensern reagieren „und ein Zeichen setzen“.

          Nehm sagte, bei Durchsuchungen der Wohnungen beider Verdächtiger seien antisemitische Schriften gefunden worden. Außerdem seien die Ermittler auf in Türen eingeritzte Hakenkreuze gestoßen, was auf einen rechtsextremen Hintergrund schließen lasse. Die beiden mutmaßlichen Attentäter leben nach Angaben der Ermittler seit 1987 in Deutschland.

          Politik vermutete neonazistischen Hintergrund

          Der Anschlag in der Nacht zum 3. Oktober war geringer Sachschaden entstanden. Augenzeugen hatten von zwei bis vier Tätern berichtet, die zunächst einen Stein gegen die gläserne Eingangstür der Synagoge schleuderten. Anschließend wurden mehrere Brandsätze gegen das Gebäude geworfen. Eine 31-jährige Anwohnerin konnte das Feuer löschen.

          Wegen der zunehmenden rechtsextremen Gewalt vermuteten Polizei und Politik hinter diesem Anschlag einen „klassischen“ neonazistischen Hintergrund. Die 31-jährige Frau, die den Brand löschte , wollte ihre Anonymität wahren, weil sie befürchtete, ansonsten von Rechtsextremen bedroht zu werden.

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