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Polens Präsident zum Holocaust : Duda: Das grausamste Verbrechen der Geschichte

  • Aktualisiert am

Polens Präsident Andrzej Duda bei der Gedenkveranstaltung in Auschwitz Bild: EPA

In Auschwitz gedenken 50 Delegationen und 17 Staatsoberhäupter der Opfer des Holocausts. Der polnische Präsident Duda sagte: „Vor 75 Jahren endete hier der monströseste Albtraum.“

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          Polens Präsident Andrzej Duda hat dazu aufgefordert, das Gedenken an die Greueltaten in dem deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz zu bewahren und eine Wiederholung der Geschichte zu verhindern. Im Namen der Republik Polen erneuere er die Verpflichtung, die Erinnerung zu pflegen und die Wahrheit darüber zu schützen, was dort passiert sei, sagte Duda am Montag beim Gedenken in Auschwitz anlässlich der Befreiung des Lagers vor 75 Jahren. Er forderte die Gäste dazu auf, vor den letzten Überlebenden und Augenzeugen die gemeinsame Verpflichtung einzugehen, „die Botschaft und die Warnung für die Menschheit, die von diesem Ort ausgehen, in die Zukunft zu tragen.“

          Einheiten der sowjetischen Roten Armee hatten das Konzentrationslager am 27. Januar 1945 erreicht. Sie befreiten etwa 7000 noch lebende Häftlinge. Allein dort brachten die Nationalsozialisten mehr als eine Million Menschen um, zumeist Juden. Duda bezeichnete den Holocaust als grausamstes Verbrechen in der Geschichte der Menschheit. „Vor 75 Jahren endete hier der monströseste Albtraum, der fünf Jahre zuvor begonnen hatte.“

          „Den Anfängen wehren“

          Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich am Montag in Auschwitz anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers zur historischen Schuld Deutschlands am Holocaust bekannt. „Auschwitz ist die Summe völkischen Denkens, von Antisemitismus und Raserei“, sagte Steinmeier am Ende eines Besuchs des sogenannten Stammlagers Auschwitz I. Die Zeiten, Taten und Worte seien heute andere als zur Zeit des Nationalsozialismus. „Doch haben wir oft den Eindruck, dass das Böse das gleiche ist.“ Auschwitz sei auch eine Mahnung, „den Anfängen zu wehren, auch in unserem Land“, sagte der Bundespräsident, der von drei Überlebenden des Konzentrationslagers begleitet wurde. Steinmeier nahm danach an der zentralen Gedenkveranstaltung im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau teil, zu der etwa hundert Überlebende, 50 Delegationen aus aller Welt und 17 Staatsoberhäupter angereist waren.

          50 Delegationen aus aller Welt und 17 Staatsoberhäupter waren angereist.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilte über ihren Instagram-Account mit: „Ob am heutigen Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust oder an jedem anderen Tag: Wir werden sie nie vergessen.“ Merkel wollte am Abend in der Berliner Staatsoper Unter den Linden gemeinsam mit dem polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki an einem Gedenkkonzert teilnehmen.

          Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hob die Bedeutung der Erinnerung hervor: „Die offene und schonungslose Auseinandersetzung mit den Menschheitsverbrechen der Nationalsozialisten und das breite gesellschaftliche Bewusstsein für die Verantwortung, die daraus erwächst, gehören heute zu den hart erkämpften, moralischen Errungenschaften unseres Landes“, sagte Grütters am Montag in Berlin. Deutschland dürfe nie wieder ein Land sein, in dem Hass und Hetze gegen Minderheiten auf eine schweigende Mehrheit stoßen. Auch zahlreiche weitere Politiker bekundeten ihre Solidarität mit den Opfern des Nationalsozialismus.

          Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warnte anlässlich des Jahrestages der Befreiung von Auschwitz vor einer „unerträglichen Wiederbelebung“ des Antisemitismus. Diese sei nicht das Problem der Juden, sondern das Problem aller, sagte Macron am Montag beim Besuch des Pariser Holocaust-Denkmals. Frankreich werde bei der Bekämpfung des Antisemitismus unnachgiebig sein, so Macron.

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