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Drogen-Verdacht : Nächster Skandal, nächster Rücktritt bei der CSU

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Der Landesinnungsmeister des Fleischhandwerks, Georg Schlagbauer (r.), 2014 auf der Grünen Woche in Berlin Bild: dpa

Der zweite Skandal für die CSU in dieser Woche: Der Politiker und Handwerkspräsident Georg Schlagbauer zieht sich aus allen öffentlichen Ämtern zurück. Der „Wiesn-Stadtrat“ soll Drogen gekauft haben.

          Wieder ein skandalträchtiger Abgang bei der CSU: Der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern und Münchner Stadtrat Georg Schlagbauer hat mit sofortiger Wirkung alle öffentlichen Ämter niedergelegt. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft München I wegen des Verdachts auf Drogenkauf, wie ein Sprecher der Behörde am Donnerstag sagte. Anlass für die Untersuchungen sei eine Mitteilung des 44-Jährigen selbst gewesen.

          Gegen den auch für die Wiesn zuständigen Stadtrat sei daher am Mittwoch ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Auch eine Durchsuchung habe es in dem Zusammenhang bereits gegeben, sagte der Sprecher. Zu weiteren Details machte er keine Angaben. Laut Informationen der Münchner „Abendzeitung“ soll Schlagbauer eingeräumt haben, in einem Zeitraum von mehr als einem Jahr mehr als 20 Mal in zwei Münchner Bordellen Kokain erworben zu haben.

          Die Handwerkskammer für München und Oberbayern sowie Schlagbauers Hamburger Anwalt Michael Philippi hatten kurz zuvor bekannt gegeben, dass dieser von allen seinen öffentlichen Ämtern zurücktritt. Dabei hatte der Anwalt auf „dringende gesundheitliche und familiäre Gründe“ verwiesen. Philippi war zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

          „Das ist wieder eine äußerst betrübliche Nachricht“

          „Der Rücktritt erfolgt auch zum Schutze der Würde der jeweiligen Institutionen und Gruppierungen vor einer Belastung durch eine öffentliche Diskussion über Gesundheit und Familienleben“ hatte der Anwalt erklärt. „Privates hat zu keinem Zeitpunkt Auswirkungen auf seine Amtsführung gehabt.“

          In der CSU zeigte man sich überrascht und betroffen von dem Fall. „Das ist wieder eine äußerst betrübliche Nachricht“, sagte CSU-Chef Horst Seehofer am Rande einer Plenarsitzung im Landtag. Die Sache sei „sehr ernst“ und „sehr ärgerlich“.

          Erst am Dienstag hatte sich der frühere CSU-Landtagsabgeordnete Michael Brückner wegen einer Sex-Affäre mit einer Minderjährigen von allen seinen Ämtern zurückgezogen.

          Schlagbauer war erst im Sommer 2014 zum Präsidenten der Handwerkskammer für München und Oberbayern gewählt worden. Der gelernte Metzger ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seit 1999 ist er in der dritten Generation im Metzgerhandwerk selbständig. Die Handwerkskammer zeigte sich von seinem Rücktritt völlig überrascht.

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