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Auftritt in Texas : Trump mauert

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Verschafft sich an der Grenze zu Mexiko einen Überblick: der amerikanische Präsident Donald Trump. Bild: AFP

Während das Kräftemessen mit den Demokraten andauert, reist der Präsident an die mexikanische Grenze nach McAllen. Dort wirbt er für seinen Mauer-Plan – und redet sich in Rage. Der Bürgermeister des Ortes hält wenig davon.

          „Sie kommen, wo es keine Zäune oder Mauern gibt. Sie biegen einfach links ab in die Vereinigten Staaten und sie haben gefesselte Frauen bei sich. Die haben Klebestreifen über dem Mund, meistens ist das blaues Tape, Malerklebeband. Das ist eine große Sache, nicht gut.“ So redete sich Donald Trump am Donnerstag in Rage: Menschenhandel in ungesicherten Abschnitten der Grenze zu Mexiko sei ein Riesenproblem. „Und sie haben drei, vier, fünf von denen in einem Minilaster, oder drei auf dem Rücksitz. Und sie fahren einfach rein.“ Mit „Make America Great Again“-Kappe und Outdoorjacke bekleidet gab Trump den volksnahen Anpacker – doch viele Beobachter fanden die anschaulichen Einlassungen über gefesselte Frauen eher befremdlich. Fox News, sonst Haus- und Huldigungskanal des Präsidenten, blendete lieber ab und schaltete zurück ins Studio, als Trump mit dieser Beschreibung sein Mauervorhaben an der Grenze zu Mexiko bewarb.

          Der Präsident war nach McAllen in den äußersten Südosten des Bundesstaates gereist, um sich hier ein Bild von dem zu machen, was seine Regierung eine „Krise an der Grenze“ nennt. Unweit der Grenze zu Mexiko wollte Trump erklären, warum er seit 20 Tagen den Stillstand ganzer Behörden in Kauf nimmt. Der 72 Jahre alte Präsident lud zu einem Runden Tisch ein, bei dem neben Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen auch Lokalpolitiker dabei waren. Zum Beispiel Jim Darling, Bürgermeister des Ortes. Ausgerechnet er ist kein Freund des Mauer-Plans. Darling gehört zwar zur „Texas Border Coalition“, einer Initiative, die mehr Investitionen in Sicherheitstechnik fordert. Doch sagte der Parteilose dem „Time“-Magazin, eine bessere Ausstattung an der Grenze sei ihm viel wichtiger als das Vorhaben seines Präsidenten. Weiter noch ging eine Sprecherin der „Border Coalition“. Sie sagte,  man halte die Mauer für „Geldverschwendung“.

          An der Grenze wissen viele schon lange, was auch Trumps eigenes Heimatschutzministerium laut dem amerikanischen Fernsehsender NBC kürzlich feststellte: dass Menschenhandel von einer Mauer in den geplanten Abschnitten nicht gestoppt werden kann, weil Schmuggler dann einfach auf andere Gebiete der über 3000 Kilometer langen Grenze ausweichen.

          Trump sprach in Texas auch mit Grenzbeamten und ließ sich beschlagnahmte Drogen und Waffen zeigen. Anschließend stellte er in einer kurzen Rede eine Reihe von Behauptungen auf, schlug aber keine neue Lösung für den seit zwanzig Tagen andauernden Regierungsstillstand vor. So sagte Trump, er habe im Wahlkampf niemals versprochen, dass Mexiko direkt für die Mauer bezahlen sollte: „Ich habe nie gemeint, dass sie einen Scheck schreiben werden.“ Tatsächlich hieß es in einem Positionspapier seiner Wahlkampagne 2016, man verlange eine Zahlung von fünf bis zehn Milliarden Dollar vom südlichen Nachbarn. Zudem versprach Trump auch höchstpersönlich seinen Anhängern immer wieder in seinen Reden, dass Mexiko zahlen werde. Am Donnerstag sagte Trump, dass die Mauer die Amerikaner vor allem vor Kriminalität schützen solle – laut einer Studie des Cato-Institutes begehen Einwanderer ohne Papiere aber deutlich weniger Straftaten als Einheimische.

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