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Trump und die Hinterbliebenen : Mutter eines getöteten Soldaten zeiht Trump der Lüge

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Myeshia Johnson am Dienstag am Sarg ihres Mannes Sergeant La David Johnson: Donald Trump wusste seinen Namen nicht. Bild: AP

Die Mutter eines getöteten amerikanischen Soldaten zeigt sich über den Anruf des amerikanischen Präsidenten entsetzt. Donald Trump reagiert auf die Vorwürfe in gewohnter Weise.

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          Die Auseinandersetzung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump mit den Hinterbliebenen gefallener Soldaten findet kein Ende. So sprang am Mittwoch die Mutter eines gefallenen Soldaten der demokratischen Abgeordneten Frederica Wilson bei, die Zeugin eines Anrufs von Trump bei einer Witwe geworden war. Sie hatte berichtet, Trump habe gesagt, der Getötete habe ja gewusst, worauf er sich einlasse, als er sich verpflichtet hat. Darüber hinaus habe er den Namen des Soldaten nicht gewusst, sondern ihn immer nur „ihren Mann“ („your Guy“) genannt.

          Donald Trump widersprach dieser Behauptung auf Twitter. Das sei erfunden, schrieb er und er habe Beweise dafür. Er habe ein sehr angenehmes Gespräch in Erinnerung, sagte der Präsident später im Weißen Haus. Nachdem aber die Mutter des getöteten Soldaten die Version der Abgeordneten bestätigte, dementierte das Weiße Haus die Äußerungen nicht mehr, sondern wies darauf hin, dass Trump nur angerufen habe, um sein Beileid auszudrücken. Dass die Abgeordnete Wilson nun versuche, etwas daraus zu fabrizieren, sei ekelhaft, berichtet die „New York Times“.

          Außerdem wurde am Mittwoch bekannt, dass das Weiße Haus dem Vater eines im Juni getöteten Soldaten 25.000 Dollar zugesandt hat. Dies sei jedoch erst geschehen, nachdem die „Washington Post“ berichtet hatte, dass Trump persönlich dem Mann versprochen hatte, ihm das Geld zukommen zu lassen. In dem Kondolenztelefonat des Präsidenten habe der Mann Trump seine Frustration über die Zahlungen für Hinterbliebene mitgeteilt, worauf der Immobilienmogul aus New York ihm das Geld versprochen habe. Bis die Zeitung nachfragte, hatte er das Geld aber nicht erhalten. Wie die Zeitung weiter schreibt, habe Präsident Obama in einem ähnlichen Fall einmal 18 Monate gebraucht, bis die Familie das versprochene Geld erhalten habe, ebenfalls nach einem Medienbericht.

          Die Diskussion über Trumps Verhalten den „Gold Star Families“ gegenüber trat er selbst am Montag los. In einer Pressekonferenz wurde er gefragt, warum er sich nicht zum Tod von vier Soldaten an der Grenzer zwischen Niger und Mali geäußert habe. In seiner Antwort ging er darauf ein, dass er die Hinterbliebenen immer anrufe und ihnen Briefe schreibe. Präsidenten vor ihm, namentlich nannte er Obama, hätten die Familien nicht angerufen. Daraufhin wiesen amerikanische Medien nach, dass das nicht stimmte und viele ehemalige Regierungsbedienstete sowie Familien von Hinterbliebenen berichteten über die Anteilnahme früherer Präsidenten. Die Auseinandersetzung wirft in den Vereinigten Staaten so viele Wellen auf, weil die Amerikaner ihren Soldaten – erst recht den Gefallenen – Heldenstatus zubilligen.

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