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Döner-Morde : Brauner Terror

Jahrelang haben die Sicherheitsfachleute versichert, ein brauner Terrorismus sei in Deutschland nicht in Sicht. Wollte man nicht sehen, was nicht sein durfte?

          Ein Wohnmobil brennt in Eisenach aus, zwei tote Männer darin. Ein Wohnhaus explodiert in Zwickau, die Frau, die mit den Männern dort gewohnt hatte, hat es in die Luft gejagt. Hier wie dort werden Waffen gefunden. Und plötzlich erscheint eine Serie unaufgeklärter Verbrechen in neuem Licht. Sowohl der Mord an einer jungen Polizistin im Frühjahr 2007 in Heilbronn als auch die Serie von Morden an Besitzern von Kiosken, Dönerbuden und Läden - acht Türken und einem Griechen - scheinen die Taten einer rechtsextremistischen Terrorzelle zu sein, die sich intern "Nationalsozialistischer Untergrund" nannte. Wahrscheinlich hat die Gruppe zahlreiche Banküberfälle und weitere Anschläge begangen.

          Es gibt viele Fragen an die Sicherheitsbehörden. Wie konnten Uwe M., Uwe B. und Beate Z. vor dreizehn Jahren untertauchen, obwohl die Bombenbauer vom "Thüringer Heimatschutzbund" in Jena schon observiert wurden? Wie konnte es passieren, dass sie mitten in Deutschland über viele Jahre unentdeckt blieben? Welche Rolle spielte dabei, dass der Chef ihrer Neonazi-Gruppierung für den Verfassungsschutz spitzelte?

          Die Fragen gehen allerdings über Fehler, Pannen oder mögliche Vertuschungen hinaus. Jahrelang haben die Sicherheitsfachleute versichert, ein brauner Terrorismus sei in Deutschland selbst in Ansätzen nicht in Sicht. Nun zeigt es sich, dass es ihn doch gab, wenn auch im Verborgenen. Dass die Täter offenbar wahllos mordeten, dass sie keine Selbstbezichtigungen verbreiteten, macht diesen Terror zu etwas Besonderem, weil sie den eigentlichen Zweck terroristischer Anschläge, Furcht und Schrecken zu verbreiten und mit einer politischen Botschaft zu verbinden, missachten. Dennoch bleibt die Frage: Wollte man nicht sehen, was nicht sein durfte?

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

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