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Nicole Deitelhoff : Kann streiten und zuhören

Nicole Deitelhoff Bild: W. Eilmes

Als Vorsitzende eines Fachbeirats soll sie die Kasseler Documenta bei der Aufarbeitung des Antisemitismus-Skandals begleiten. Die 48 Jahre alte Politikwissenschaftlerin kennt sich mit Krisen, aber auch mit Verhandlungen aus.

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          Eine Krise ist für Nicole Deitelhoff keine Anomalie im eigentlich erwünschten Gang der Dinge. Für die 1974 geborene Politikwissenschaftlerin sind Krisen Momente, die eine Gesellschaft braucht, um sich zu erneuern. Gängige Anschauungen geraten unter Druck, werden infrage gestellt. Etablierte Akteure und Institutionen werden angegriffen, müssen sich rechtfertigen. Nur so entstehen Innovationen, so können Normen revidiert, möglicherweise aber auch mit Leben gefüllt und gestärkt werden. „Man kann den Freiheitsgrad einer Gesellschaft an ihrem Umgang mit Krisen messen“, hat Deitelhoff einmal in einem Interview gesagt.

          Matthias Trautsch
          Koordination Reportage Rhein-Main.

          Seit 2016 trägt die Hochschullehrerin den Streit, aber auch die Einigung sozusagen in der Stellenbeschreibung: Sie leitet die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung. Dem Leibniz-Institut mit Sitz in Frankfurt war sie bereits als Stipendiatin verbunden, 2009 wurde sie auf die Professur für Internationale Beziehungen und Theorien Glo­baler Ordnungen am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität berufen. Dass das in äußerst kurzem Verfahren geschah, lag auch am Ansehen, das sich die junge Forscherin schon damals erworben hatte.

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