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Diplomaten ganz undiplomatisch : Noch ein heikler Telefonmitschnitt aufgetaucht

  • Aktualisiert am

Helga Schmid in Januar 2014 in Kiew mit Vitali Klitschko und anderen ukrainischen Oppositionspolitikern Bild: REUTERS

Auch eine deutsche EU-Diplomatin im Stab der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton ist anscheinend Opfer einer Abhöraktion geworden. Auf Youtube ist ein weiterer Mitschnitt zu hören, in dem Differenzen zu den Amerikanern deutlich werden.

          Neben den EU-kritischen Äußerungen der Europabeauftragten im amerikanischen Außenministerium, Victoria Nuland, ist ein weiterer Gesprächsmitschnitt aufgetaucht, der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und der EU beim Thema Ukraine offenlegen soll. In dem auf „Youtube“ veröffentlichten Mitschnitt sollen die Diplomatin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton, die Deutsche Helga Schmid, und der EU-Botschafter in der Ukraine, Jan Tombinski, zu hören sein. In dem Telefonat ärgert sich Schmid darüber, dass in der Diskussion über Sanktionen gegen die Ukraine „die Amerikaner herumgehen und die EU an den Pranger stellen, wir seien da zu soft“.

          Der etwa zwei Minuten lange Mitschnitt wurde am 4. Februar hochgeladen und ist in russischer Sprache beschriftet. Er stammt offenbar vom 31. Januar dieses Jahres, da Schmid die Veröffentlichung eines Statements von Ashton zu dem nach eigenen Angaben verschleppten und gefolterten ukrainischen Regierungsgegner Dmitro Bulatow erwähnt. Die Internetseite „EU Oberserver“ berichtete unter Verweis auf eine „diplomatische Quelle“ in der EU, dass der Mitschnitt authentisch sei.

          „Dass wir zu weich sind“

          „Ich wollte dir eine Sache nur vertraulich sagen“, sagt demnach Schmid auf Deutsch zu dem Polen Tombinski. „Die Amerikaner gehen ein bisschen ’rum und erzählen, dass wir zu weich sind, während sie stärker sind und auf Sanktionen gehen.“

          Mit Blick auf mögliche Sanktionen gegen Vertreter der Ukraine sagt die EU-Diplomatin in dem ihr zugeschriebenen Gespräch weiter: „Wir müssen das machen, und wir müssen das aber ganz klug vorbereiten.“ Dann fügt sie hinzu: „Aber was du wirklich wissen sollst und was uns sehr ärgert: Dass die Amerikaner ’rumgehen und die EU an den Pranger stellen und sagen, wir seien da zu soft.“ Diese Information habe sie von Journalisten erhalten.

          „Das geht nicht“

          „Ich will dir das nur sagen, dass du vielleicht, wenn du mit dem amerikanischen Botschafter auch sprichst, und sagst, wir sind überhaupt nicht soft“, sagt Schmid zu Tombinski. Die EU habe ein „sehr starkes Statement“ zu Bulatow, das nun veröffentlicht werde. „Wir gehen auch in die Richtung (von Sanktionen), wir hängen das nur nicht an die große Glocke, weil das sehr viel effektiver ist, wenn wir das so machen“. Es ärgere sie, „wenn die Presse jetzt berichtet, die EU ist nicht auf der Seite der Freiheit“.

          Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton

          „Wir sind nicht in einem Rennen, wer stärker vorgeht“, antwortet Tombinski. „Wir haben andere Instrumente.“ Sie wolle aber nicht, dass Ashton beschädigt werde, sagt Schmid. „Das geht nicht, Cathy (Ashton) wird das auch mit (US-Außenminister) Kerry ansprechen. (... ) Wir wollen jetzt hier nicht in ein Wettrennen gehen, aber das ist wirklich sehr unfair, wenn sie das verbreiten.“

          Bilderstrecke

          Zuvor war die Europabeauftragte im amerikanischen Außenministerium, Victoria Nuland, in die Kritik geraten. Sie hatte sich in einem Telefonat abfällig über die Rolle der EU in der Krise um die Ukraine geäußert und „Fuck the EU“ gesagt. Dieser Gesprächsmitschnitt war auf „Youtube“ veröffentlicht worden. Nuland hat mittlerweile um Entschuldigung gebeten. Die Vereinigten Staaten beschuldigen Russland, hinter der Veröffentlichung zu stecken.

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