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: Diesmal mit Beckenbauer

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Am Dienstag sollten in Brüssel die seit Monaten immer wieder aufgeschobenen direkten Verhandlungen zwischen Serbien und dem Kosovo unter Leitung der EU beginnen. Es war das erste Mal seit der Proklamation der Unabhängigkeit durch ...

          ISTANBUL, 8. März

          Am Dienstag sollten in Brüssel die seit Monaten immer wieder aufgeschobenen direkten Verhandlungen zwischen Serbien und dem Kosovo unter Leitung der EU beginnen. Es war das erste Mal seit der Proklamation der Unabhängigkeit durch das kosovarische Parlament im Februar 2008, dass Repräsentanten beider Staaten offiziell miteinander ins Gespräch kommen sollten. Obschon es bei dem Dialog nur um technische Details der serbisch-kosovarischen Beziehungen gehen wird, steht für Belgrad und Prishtina viel auf dem Spiel. Beide Staaten geben als außenpolitisches Fernziel einen Beitritt zur EU an und halten trotz aller Widerstände daran fest, auch wenn sich im Kosovo in jüngster Zeit Stimmen mehren, die für den Fall einer ausbleibenden europäischen Integration Südosteuropas als „Plan B“ eine Vereinigung mit Albanien propagieren. Bleibt es jedoch bei dem realistischeren Plan A, müssen beide Staaten zunächst eine allen Beitrittskandidaten abverlangte Grundqualifikation beweisen - die Fähigkeit, gutnachbarschaftliche Beziehungen zu pflegen. Ob die derzeitigen Machthaber in beiden Hauptstädten dazu fähig sind, werden die kommenden Monate zeigen.

          Die politische Hauptfrage nach dem Status des Kosovo bleibt bei den Gesprächen ausdrücklich ausgeklammert. Es hätte auch keinen Sinn, sie zu stellen. Jahrelang haben Serbien und das Kosovo unter Leitung der Vereinten Nationen sowie der EU sogenannte Statusverhandlungen geführt, ohne sich in der völkerrechtlichen Kernfrage auch nur um einen Millimeter zu bewegen. Die meisten EU-Staaten, darunter alle Altmitglieder, stehen zwar längst in diplomatischen Beziehungen zum Kosovo, dessen von dem Friedensnobelpreisträger und UN-Vermittler Martti Ahtisaari eingeleitete staatliche Eigenständigkeit inzwischen von 74 Hauptstädten anerkannt wird. Die derzeitige serbische Regierung betrachtet das Amselfeld aber weiterhin als abtrünnige Provinz. Serbien versucht daher auch, die Bedeutung der Brüsseler Gespräche herunterzuspielen. Während Prishtina die stellvertretende Regierungschefin Edita Tahiri mit der Führung der kosovarischen Delegation beauftragt hat, schickt Belgrad nur den politischen Direktor seines Außenamtes.

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