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Deutschlands Wälder : Ein Hauen und ein Stechen

Freie Sicht ist gut für die Wanderer: Nassholzlager bei Clausthal-Zellerfeld. Bild: Daniel Pilar

Den Wald mögen in Deutschland alle. Die Harmonie endet aber schon bei der Frage, welcher Wald es denn genau sein soll.

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          Wer freut sich nicht über einen Wald, der im Frühjahr in den üppigsten Grüntönen treibt und im Herbst in feurigen Farben welkt? Über einen Wald, der einen dicht umfängt und gleich darauf die herrlichsten Aussichten freigibt? Einen Wald, der mal steht und schweiget, mal im Wind braust, saust und rauscht? Vom Wald können insbesondere die Deutschen anscheinend niemals genug bekommen. Kaum jemanden gibt es, der sagt, der Wald sei ja ganz schön, aber noch schöner sei der soziale Wohnungsbau, eine anständige Autobahn oder der Braunkohletagebau.

          Reinhard Bingener

          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Karsten Peiffer rumpelt mit seinem Allradwagen über einen zerfurchten Forstweg. „Das hier ist die Hauptschlagader unserer Schadensaufarbeitung.“ Am Rand sind immer wieder umgestürzte Fichten und kahle Flächen zu sehen. Der Orkan Friederike hat im Winter den Wäldern im Harz schwer zugesetzt. „Diese Ecke hier ist auch weggeflogen“, sagt Peiffer. „Aber das ist eine Chance, in den Löchern Buchen zu pflanzen.“ Und die paar Jahrzehnte, bis die jungen Laubbäume einen Hochwald mit geschlossener Kronendecke bilden, hätten durchaus auch ihr Gutes, findet Peiffer. „Freie Sicht ist gut für die Wanderer. Wenn hier in drei Jahren alles wieder schön grün ist, werden die Leute sagen: Hach, ist das schön.“

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