https://www.faz.net/-gpf-77nil

Verwirrung um Papst-Namen : Nur Franziskus!

Der neue Papst nennt sich Franziskus, nicht Franziskus I. Bild: dapd

Franziskus I. heiße der neue Papst, melden die Medien am Mittwochabend weltweit - auch FAZ.NET. Bis die Korrektur aus dem Vatikan kommt: nur Franziskus.

          Der Jubel war immens, als sich der Vorhang am Mittwochabend nach fast einer Stunde öffnete und Kardinalprotodiakon Jean-Luis Tauran verkündete: Habemus papam, wir haben einen neuen Papst. Als Jorge Bergoglio kurz darauf auf den Balkon trat, waren die Meldungen auf der ganzen Welt dieselben: Papst Franziskus I. ist der Nachfolger von Benedikt XVI.

          Oliver Georgi

          Redakteur in der Politik.

          Auch FAZ.NET bezeichnete den Papst am Abend in der Berichterstattung so - bis der Vatikan per Mitteilung korrigierte: Die Bezeichnung „der Erste“ ist nicht offizieller Teil des Namens, der Papst heißt einfach „Franziskus“. Erst, wenn sich ein zukünftiger Papst ebenfalls den Namen Franziskus gibt und damit zu „Franziskus II.“ wird, wird auch Jorge Bergoglio im Nachhinein zu „Franziskus I.“.

          Damit hält der neue Papst es anders als etwa Johannes Paul I., der auf den Zusatz „der Erste“ bestand, obwohl er der erste Papst der Geschichte war, der diesen Namen trug.

          Erster Papst mit neuem Namen seit Jahrhunderten

          Überhaupt geht Franziskus schon zu Beginn seines Pontifikats neue Wege: Er ist der erste Papst seit vielen Jahrhunderten, der sich nicht nach einem früheren Papst benennt, sondern sich einen neuen Namen gibt, der auch nicht aus bereits verwendeten kombiniert wird, wie es etwa Johannes Paul I. und Johannes Paul II. taten. Der letzte Papst, der sich einen völlig neuen Namen gab, war Lando im 10. Jahrhundert.

          Der häufigste Name, nach dem sich die bislang 266 Päpste benannten, ist Johannes (21), danach folgen Gregor (16), Benedikt (15), Clemens (14), Innozenz (13) und Leo (13). Die Besonderheit bei Benedikt wie auch bei vielen anderen Namen in der Papstgeschichte: Benedikt X. (1058 bis 1060) wird je nach Lesart nicht hinzugezählt, weil er im Nachhinein als Gegenpapst eingestuft wurde. In der offiziellen Zählung der Päpste blieb er jedoch bestehen, sodass auf Benedikt IX. Benedikt XI. folgte. Streng genommen ist Franziskus’ Vorgänger, Benedikt XVI., damit nicht der sechzehnte, sondern erst der fünfzehnte Papst mit diesem Namen.

          Weitere Themen

          Trump kritisiert toten McCain Video-Seite öffnen

          „Ich war nie ein Fan“ : Trump kritisiert toten McCain

          McCain habe ein gefälschtes Dossier an das FBI weitergegeben ohne ihn zu informieren, sagte Trump weiter. Zudem habe er gegen die Krankenversicherung Obamacare in Arizona gekämpft, in der entscheidenden Abstimmung aber dafür gestimmt.

          Drag Queen will in die Politik Video-Seite öffnen

          Thailand : Drag Queen will in die Politik

          Natalia Pliacam will als Drag Queen die Politik. Zielgruppe sind die Schwulen und Lesben des Landes. Er möchte Geschlechterrollen aufbrechen und beweisen, dass die thailändische Gesellschaft reif für neue Töne sind.

          Topmeldungen

          Thierry Baudet stellt mit seinem rechtspopulistischen „Forum für Demokratie“ aus dem Stand die stärkste Partei bei den niederländischen Regionalwahlen.

          Wahlen in den Niederlanden : Das Potential der Rechtspopulisten

          Zwei sehr unterschiedliche Politiker versprechen den Niederländern ein Ende der Einwanderung und einen Austritt aus der EU. Baudet und Wilders sind Konkurrenten. Aber sie schöpfen aus einem großen Wählerreservoir.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.