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Nach Verhaftungen in Argentinien : Bergoglio sicherte Familie eines verschwundenen Paters Hilfe zu

Papst Franziskus am Samstag in Rom Bild: AFP

„Ich habe viele Aktionen unternommen, damit Ihr Bruder freikommt.“ Das schrieb der heutige Papst Jorge Mario Bergoglio an einen Bruder des verschwundenen Jesuiten Franz Jalics. Der Brief liegt der F.A.S. vor.

          Im Jahr 1976 schrieb Jorge Mario Bergoglio einen Brief an einen Bruder des verschwundenen Jesuiten Franz Jalics. Darin sicherte der Provinzialobere der argentinischen Jesuiten der Familie Hilfe zu: „Ich habe viele Aktionen unternommen bei der Regierung, damit Ihr Bruder freikommt. Bis jetzt haben wir keinen Erfolg gehabt. Aber ich habe die Hoffnung nicht verloren, dass Ihr Bruder bald frei gelassen wird.“

          Katharina Wagner

          Wirtschaftskorrespondentin für Russland und die GUS mit Sitz in Moskau.

          Jalics und sein Mitbruder Orlando Yorio waren in einem Armenviertel in Buenos Aires von Soldaten der Militärjunta festgenommen worden, Jalics blieb fünf Monate verschwunden. Zuvor hatte es Streit zwischen den Patres und Bergoglio gegeben, der die Arbeit in dem Viertel für zu gefährlich hielt. Argentinische Menschenrechtsanwälte und Journalisten beschuldigen Bergoglio, den Patres den Schutz der Kirche entzogen und sie der Junta verraten zu haben.

          Jalics glaubte an Verrat durch Bergoglio

          Nach F.A.S.-Recherchen liegen der Familie von Jalics keine Belege für diese Behauptung vor. In Bergoglios Brief heißt es weiter: „Ich habe diese Angelegenheit zu ,MEINER‘ Sache gemacht. Die Schwierigkeiten, die Ihr Bruder und ich gehabt haben über das religiöse Leben, haben damit nichts zu tun.“ Und: „Ich liebe ihn und ich werde alles tun, was ich kann, damit er freikommt.“

          Nach Angaben der Familie war Jalics überzeugt, dass Bergoglio ihn und Yorio an die Junta verraten habe, weil er mit ihrer Arbeit in dem Armenviertel nicht einverstanden war. Mehrfach habe er das so ausgesprochen, sagte der Bruder, der auch den Brief von Bergoglio bekommen hatte. Ende der achtziger Jahre habe es noch ein Treffen zwischen Bergoglio und Jalics gegeben. Jalics habe danach erzählt, Bergoglio habe sich entschuldigt. Danach habe er, Jalics, alle Dokumente aus jener Zeit verbrannt.

          (Lesen Sie mehr dazu am Sonntag in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.)

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