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Trumps Reise nach Saudi-Arabien : Die First Lady kommt ohne Kopftuch

  • Aktualisiert am

Die Trumps entsteigen der „Air Force One“ Bild: Reuters

Der saudische König Salman hat den amerikanischen Präsidenten Trump in Riad empfangen. Dessen Frau Melania begleitet ihn – und zwar ohne Kopftuch. Selbst das ist ein Politikum.

          Donald Trump ist bei seiner ersten Auslandsreise als amerikanischer Präsident im königlichen Palast in Riad zu einem Treffen mit dem saudischen König Salman eingetroffen. Dort wurde Trump am Samstag von dem Monarchen mit der höchsten Medaille des Königreichs für seine Versuche geehrt, die Beziehungen beider Länder zu vertiefen. Trump wurde von seiner Frau Melania, seiner Tochter Ivanka und deren Ehemann Jared Kushner begleitet. Nach dem Zeremoniell war ein Gespräch zwischen den beiden Staatsoberhäuptern angesetzt. Am Nachmittag sind Treffen mit Kronprinz Mohammed bin Najif sowie dessen Stellvertreter Mohammed bin Salman geplant.

          König Salman schüttelt Melania Trump die Hand.

          Die Präsidentenmaschine „Air Force One“ war am Samstagmorgen gegen 8.45 Uhr (MESZ) auf dem König-Khalid-Flughafen in Riad gelandet, wo Trump mit militärischen Ehren begrüßt wurde. Trump ließ die Gastgeber entlang des Roten Teppichs am Fuße seiner Maschine einige Minuten warten, bevor er zusammen mit seiner Frau Melania winkend in der Flugzeugtür erschien. Dass König Salman nicht nur dem Präsidenten, sondern auch der First Lady die Hand schüttelte, dürfte vielen strenggläubigen Muslimen in Saudi-Arabien als anstößiges Verhalten gelten.

          Während Trumps Besuch wurde ein umfangreiches Waffengeschäft zwischen beiden Ländern abgeschlossen. Außerdem wird die Ankündigung einer noch engeren Zusammenarbeit bei der Sicherheit erwartet sowie ein gemeinsames Vorgehen gegen den saudischen Erzfeind Iran. Am Sonntag will Trump eine Rede über den Islam halten.

          In einer Mitteilung vor seinem Abflug in Washington betonte Trump, es sei an der Zeit, dass die muslimischen Führer eine „viel größere Rolle“ im Kampf gegen den Terror im Nahen Osten einnähmen. Amerika könne nicht alle Probleme der Welt lösen, aber anderen Staaten bei der Lösung helfen. Diese Führer hätten vor allem Sorge vor der Unterstützung von radikalen Ideen und Terror durch Iran.

          Donald Trumps Ehefrau Melania trug bei der Ankunft kein Kopftuch. Das ist insofern von Brisanz, als dass Michelle Obama, Ehefrau des früheren amerikanischen Präsidenten Barack Obama, im Januar 2015 bei Saudis Empörung ausgelöst hatte, als sie bei einem Besuch in Riad ebenfalls mit offenen Haaren auftrat. Auch Trump gehörte damals zu den Kritikern der First Lady. Auf Twitter schrieb er: „Viele sagen, es sei wunderbar gewesen, dass Frau Obama sich geweigert habe, ein Kopftuch in Saudi-Arabien zu tragen, aber sie wurden beleidigt. Wir haben genug Feinde.“

          Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte vor einigen Wochen bei ihrem Besuch in Saudi-Arabien auf ein Kopftuch verzichtet, ebenso die britische Premierministerin Theresa May und die frühere amerikanische Außenministerin Hillary Clinton. Saudischen Frauen hingegen ist es in dem Königreich untersagt, auf die Straße zu gehen, ohne ihre Haare zu verbergen. Sie tragen zudem eine Abaja, ein langes schwarzes Gewand, das keine Körperkonturen erkennen lässt. An so eine Abaja erinnerte gleichwohl Melania Trumps weiter schwarzer Hosenanzug mit großer goldenener Schnalle.

          Trumps Reise wird den amerikanischen Präsidenten in den nächsten acht Tagen in fünf Länder führen. Nach einem Stopp in Israel und einem Treffen mit Papst Franziskus wird er zum Nato-Gipfel in Brüssel und zum G-7-Gipfel auf Sizilien erwartet.

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