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Orion-Testflug : Kleiner Schritt zum Mars

  • -Aktualisiert am

Die Orion-Kapsel landete sanft im Pazifik. Bild: AFP

Das Fundament für die Zukunft der bemannten Raumfahrt ist gelegt. Amerikas Orion-Kapsel ist nach einem mehrstündigen Testflug sicher gelandet. Jetzt wird für den Ausflug zum Mond geplant.

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          Die amerikanische Weltraumbehörde Nasa ist in ihrem Plan, Astronauten zum Mars zu schicken, einen kleinen Schritt weitergekommen. Ein unbemannter Testflug der Orion-Kapsel, die in ferner Zukunft einmal Raumfahrer zum roten Planeten bringen soll, verlief am Freitag erfolgreich. Nach einem knapp viereinhalb Stunden langen Flug, bei dem die Kapsel die Erde zweimal umrundete, landete Orion sicher im Pazifischen Ozean, etwa tausend Kilometer vor der mexikanischen Halbinsel Baja California.

          Nachdem der ursprünglich für Donnerstag vorgesehene Start wegen technischer Störungen abgesagt worden war, startete die Kapsel am Freitagmorgen kurz vor Sonnenaufgang an der Spitze einer zweistufigen Delta-IV-Rakete vom Cape Canaveral. Nach etwa 17 Minuten Flug erreichte Orion zunächst einen Orbit mit einer Höhe von fast 900 Kilometern. Anschließend katapultierte die zweite Raketenstufe die Kapsel auf eine wesentlich höhere Umlaufbahn. Aus einer Höhe von fast 6.000 Kilometern begann Orion danach die Rückkehr zur Erde. Wegen der beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auftretenden Reibungswärme war die Kapsel dabei Temperaturen von bis zu 2200 Grad ausgesetzt. An drei Fallschirmen hängend, landete Orion schließlich sanft im Pazifik.

          Die Raumkapsel „Orion“ soll vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida starten.

          Das Kernstück des vom amerikanischen Unternehmen Lockheed-Martin gebauten Raumschiffs ist eine mehr als drei Meter hohe Kapsel in der Form eines Kegelstumpfes, in der vier Astronauten für 21 Tage leben und arbeiten können. Der Boden der Kapsel hat einen Durchmesser von fünf Metern und ist - ähnlich wie die Apollo-Kapseln vor 40 Jahren - mit einem Schutzschild umgeben, der bei großer Hitze kontrolliert abblättert und damit das Raumschiff kühlt. Zusätzlich schützen 970 Hitzeschutzkacheln, die noch aus der Zeit der Space Shuttles stammen, den Rest des aus Aluminium und Titan bestehenden Rumpfes. Obwohl Orion wesentlich größer ist als die Apollo-Kapseln, steht den Astronauten nur ein „umbauter“ Raum von knapp neun Kubikmetern zur Verfügung. Deshalb wird die Mannschaft während eines mehrere Monate dauernden Fluges zum Mars, ähnlich wie die Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation, in einem separaten Wohncontainer wohnen. Dieses „Deep Space Habitat“ existiert allerdings bislang nur als Plan und wurde auch bei dem Flug am Freitag nicht getestet.

          Zu Orion gehört auch ein „Service Module“, ein mit Generatoren und Sonnenzellen ausgerüstetes orbitales Kraftwerk - und zugleich Raketenmotor, der die Kapsel auf ihren Reisen zum Mond und später zum Mars steuern soll. Einen bemannten Mondflug plant die Nasa für das Ende des Jahrzehnts. Der Flug zum Mars steht frühestens 2030 auf dem Programm.

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