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Die „Mediencharta“ Aygül Özkans : Unsensibel

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Die niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan hat die Chefredakteure ihres Landes mit der Aufforderung überrascht, eine Art Selbstverpflichtung zu politisch korrekter Berichterstattung einzugehen. Gegen die von Frau Özkan vorgegebenen Ziele ist nichts einzuwenden, einiges aber gegen ihr Verständnis von der „vierten“ Gewalt.

          Die niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan hat die Chefredakteure ihres Landes mit der Aufforderung überrascht, eine Art Selbstverpflichtung zu politisch korrekter Berichterstattung einzugehen. So hat sie es zwar nicht formuliert und so will sie es auch nicht gemeint haben - einige der Angesprochenen haben es aber so verstanden.

          Mit der „Charta", die sie ihnen zur Unterzeichnung übersandte, sollen die Medien „Verantwortung dafür übernehmen“, dass in Niedersachsen die „interkulturelle Öffnung“ gefördert und über Sachverhalte und Herausforderungen der Integration „in kultursensibler Sprache“ berichtet werde.

          Gegen die von Frau Özkan vorgegebenen Ziele ist nichts einzuwenden, einiges aber gegen ihr Verständnis von der „vierten“ Gewalt. Die Rolle der Medien in einer freien Gesellschaft besteht gerade nicht darin, inhaltliche Verpflichtungen gegenüber dem Staat einzugehen. Vorauseilenden Gehorsam, wie ihn die ARD gerade vorexerziert hat, als sie einen brisanten Film über die Lage an einer nordrhein-westfälischen Hauptschule in die Zeit nach Mitternacht verlegte, gibt es schon genug.

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