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Die Irak-Krise im Überblick : Schiitenführer ruft zum Widerstand auf

  • Aktualisiert am

Großajatollah Ali al Sistani (undatiertes Archivbild) Bild: AFP

Ayatollah al Sistani: Heilige Stätten verteidigen +++ Insider: Iran prüft Zusammenarbeit mit Amerika +++ Dschihadisten nehmen weitere Stadt ein +++ 

          Die Ereignisse im Nahen Osten spitzen sich zu. Ein Überblick:

          Schiitenführer ruft Iraker zum Widerstand auf

          Das geistliche Oberhaupt der irakischen Schiiten, Ayatollah Ali al Sistani, hat die Iraker zum Widerstand gegen die sunnitischen Dschihadisten aufgerufen. Die Bürger sollten zu den Waffen greifen und „ihr Land, ihr Volk und ihre heiligen Stätten verteidigen“, sagte ein Sprecher al Sistanis beim Freitagsgebet in der Schiiten-Hochburg Kerbela.

          Insider: Iran prüft Zusammenarbeit mit Amerika

          Angesichts der Offensive sunnitischer Islamisten kann sich die schiitische Führung Irans angeblich eine Zusammenarbeit mit dem Erzfeind vorstellen. „Wir können gemeinsam mit den Amerikanern den Aufstand im Nahen Osten beenden“, sagte ein ranghoher iranischer Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir haben großen Einfluss im Irak, in Syrien und in anderen Staaten.“ Über eine Kooperation werde gegenwärtig innerhalb der iranischen Führung diskutiert. Dem Irak versprach Iran uneingeschränkte Solidarität. Die Zeitung „Wall Street Journal“ berichtete am Freitag, dass zwei Einheiten der iranischen Revolutionsgarden Pasdaran in den Irak entsandt worden seien, um schiitische Heiligtümer in den Städten Kerbala und Nadschaf vor sunnitischen Kämpfern zu schützen.

          Isis-Kämpfer rücken weiter vor

          Kämpfer der Organisation „Islamischer Staat im Irak und in Syrien“ (Isis) rückten am Freitag weiter auf die Hauptstadt vor. Wie der Nachrichtensender Al Arabija am Freitag meldete, übernahmen sie die Stadt Dschalula, die rund 125 Kilometer nordöstlich von Bagdad liegt und in der viele Kurden leben.

          Steinmeier: Isis hat gefährliches Potential

          Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, für den Irak gebe es keine „schnelle Antwort“ auf das Vorrücken der Isis. Die Organisation sei in der Region mittlerweile ein Machtfaktor mit einem „Potential, das weit über terroristische Anschläge hinausgeht“. Steinmeier warnte am Freitag auch vor einem „unregierbaren Raum zwischen Syrien und Bagdad“. An die irakische Politik appellierte er, schnellstmöglich eine handlungsfähige Regierung zu bilden.

          Bundesregierung „in größter Sorge“

          Der Sprecher der Bundesregierung Steffen Seibert erklärt, die Bundesregierung sei „in größter Sorge“ über die Entwicklung im Irak. „Wir haben es da unzweifelhaft mit einer sehr ernsten terroristischen Bedrohung zu tun“, sagte Seibert.

          Nothilfe für die Flüchtlinge

          Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) nahm die Notversorgung für etwa 42.000 Menschen auf, die aus der zweitgrößten irakischen Stadt Mossul vertrieben worden waren. Zunächst wollte das WFP 550 Tonnen Nahrungsmittel pro Monat in die Region schicken, teilte die Organisation mit.

          Schon hunderte Tote

          Bei den Kämpfen wurden nach Angaben eines UN-Sprechers in den vergangenen Tagen vermutlich hunderte Menschen getötet. Die UN-Menschenrechtsbeauftragte Navi Pillay sei äußerst besorgt über Massenhinrichtungen und die Vertreibung von rund einer halben Million Menschen.

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