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Guttenberg : Fußnoten

Bild: reuters

Die Kanzlerin sagt, sie habe Guttenberg nicht als Inhaber einer Doktorarbeit berufen. Klar ist: Ein im Amt bleibender, aber auf Normalmaß gestutzter Guttenberg wäre Frau Merkel am liebsten. Guttenbergs Entscheidung muss, wenn er sich treu bleiben will, allerdings auch Kriterien jenseits der reinen Koalitionsräson berücksichtigen.

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          Bei Politikern muss man sich erfahrungsgemäß noch öfter Fußnoten dazudenken als bei Wissenschaftlern. Die Kanzlerin sagt, sie habe Guttenberg nicht als Assistenten, Promovierenden oder Inhaber (!) einer Doktorarbeit berufen. Im Anmerkungsapparat stünde dazu: Ich will ihn auch für den Fall halten, dass ihm der Titel aberkannt wird. Das muss man nur sagen, wenn man diesen Fall für möglich hält.

          Für die Koalition wäre ein Rücktritt Guttenbergs der schwerste Schlag seit langem. Der CSU-Vorsitzende Seehofer sieht dieser Eventualität auch schon entgegen, gibt sich insgesamt aber etwas vorsichtiger. Niemand, so hieße es hier am Fuße der Seite, sollte glauben, dass die „uneingeschränkte Solidarität“ der CSU nur an die Amtszeit eines Ministers gebunden ist: Man könnte sie auch noch gegenüber dem einfachen Abgeordneten üben.

          Ein im Amt bleibender, aber auf Normalmaß gestutzter Guttenberg wäre Frau Merkel und Seehofer freilich am liebsten. Seine eigene Entscheidung muss, wenn er sich in dieser Sache treu bleiben will, allerdings auch Kriterien jenseits der reinen Koalitionsräson berücksichtigen.

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