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Ideenkrise des Liberalismus : Wo eine Bestimmung des Liberalismus ansetzen sollte

  • -Aktualisiert am

Bundesparteitag der FDP am 19. September 2020 in Berlin Bild: dpa

Der politische Liberalismus sollte nicht über den Begriff der Freiheit bestimmt werden, sondern über den der Ungleichheit. Andernfalls könnte er im Gefängnis seiner eigenen, von ihm selbst missverstandenen Kategorien verhungern. Ein Essay.

          13 Min.

          Benito Mussolini bemerkte 1932 in seiner Schrift über die „Doktrin des Faschismus“, dass alle modernen politischen Experimente anti-liberal seien. Wenn diese Behauptung heute wieder zutrifft, so hätte der politische Liberalismus dieser Gegnerschaft zwar viele Errungenschaften, aber kaum noch eine eigene politische Programmatik entgegenzusetzen. Ihn scheint es nur noch als defensives politisches Projekt zu geben, als Verteidigung des Erreichten.

          Die Vorstellung, seine Verächter müssten das liberale Anliegen durch Einsicht in die Idee der Freiheit verstehen, ist in ihrer Fortschritts- und Vernunftgläubigkeit typisch liberal, aber heute nicht mehr erfolgversprechend. Der Liberalismus ist in einer Ideenkrise, die sich wohl nur beheben lässt, wenn er intellektuell nicht zu milde mit den eigenen politischen Vorstellungen umgeht. Wer ihn nur verteidigt, dürfte ihm keinen Gefallen tun.

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