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Wo beginnt der Sonderweg? : Was die Geschichte über die deutsch-russischen Beziehungen lehrt

Lupenreine Männerfreundschaft: Präsident Wladimir Putin und der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit seiner damaligen Frau Doris Schröder-Köpf auf Schlittenfahrt im Januar 2001 in Kolomenskoje, der einstigen Sommerresidenz der Zaren. Bild: Picture-Alliance

Schon im 18. Jahrhundert hatten die preußisch-russischen Beziehungen nicht nur eine persönlich-emotionale Basis. Zwischen beiden aufstrebenden Staaten entstand damals eine Art Wahlverwandtschaft. Sie wirkt bis heute fort. Ein Essay.

  • -Aktualisiert am
          12 Min.

          Der Giftanschlag auf den russischen Regimekritiker Alexsej Nawalnyj und Moskaus unbeirrte Unterstützung für den belarussischen Machthaber Aleksandr Lukaschenka haben den politischen Russland-Diskurs in Deutschland verändert. Während andere Attentate, die offenkundig vom russischen Staat in Auftrag gegeben und gedeckt wurden, sowie russische Hackerangriffe bislang die Beziehungen zwischen Berlin und Moskau kaum beeinträchtigten, stehen wir heute, so eine verbreitete Wahrnehmung, an einer Wegscheide im deutsch-russischen Verhältnis.

          Wie bei jeder Wahrnehmung eines Umbruchs stellt sich eine historische Frage: Was eigentlich geht zu Ende, und welche Zukunft bricht an? Viele Stimmen in der politischen Debatte fordern jetzt, gegenüber dem Kreml die Samthandschuhe endlich auszuziehen. So richtig dies angesichts des Moskauer Staatsterrors erscheint, so ergibt sich daraus jedoch allein kein Programm für eine neue Politik. Auch in Zukunft wird Deutschland in vielen Fragen Politik mit Russland betreiben müssen, und auch die härteste Interessenwahrnehmung erfordert es, die Politik des Kremls von ihren eigenen Handlungsmöglichkeiten her einschätzen zu können, also Russland zu verstehen.

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