Die Erfindung des Neuen Testaments
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Metamorphosen des Bösen: Die Tiara, das Symbol der Papstkirche, hat die Revision der Illustrationen des Septembertestaments (links) nicht überlebt. Bild: Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Martin Luthers vollständige deutsche Übersetzung des Neuen Testaments war längst nicht die erste – aber die bei Weitem wirkmächtigste. Dafür bürgte allein die Höhe der Auflagen. Ein Gastbeitrag.
Ein halbes Jahrtausend ist es her, dass Martin Luthers Übersetzung des Neuen Testaments erschien. In erster Ausgabe kam sie im September, in einer zweiten Auflage bereits im Dezember 1522 heraus: Das Neue Testament Deutsch. Bis heute gilt es als epochales Werk.
Neben der vielgerühmten sprachlichen Qualität, die vor allem dadurch erreicht wurde, dass sich der Übersetzer Luther nicht am Duktus der Quell-, sondern an den Ausdrucksmöglichkeiten der deutschen Zielsprache orientierte, sind es vor allem Aspekte der Buchlichkeit gewesen, die Aufmerksamkeit verdienen. Denn der Wittenberger Bibelprofessor und sein Drucker Melchior Lotter der Jüngere haben aus dem Neuen Testament Deutsch zugleich ein Buch und ein Buch gemacht. Das war alles andere als selbstverständlich.
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